Zu Gast (nicht nur) in Euopas Weinregionen

Spannende unbekanntere Ziele entdecken

Apulien und seine Weine

Five Roses, Primitivo und Co

Rosa del Golfo

(c) Michael Ritter

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts verkaufte Leone de Castris seine offenen Weine vor allem nach Amerika, Deutschland und Frankreich. Mitte der 20er Jahre begannen Piero und Lisetta Leone de Castris den ersten Flaschenwein zu vermarkteten, aber richtig bekannt wurde die Kellerei aber 1943 mit der Produktion des ersten italienischen Rosato‘s, dem bekannten “Five Roses”. Der Name stammt aus einer speziellen Anbauzone in Salice Salentino, genannt "Cinque Rose". „Champagner des Sommers“ wird er gerne genannt.

Der Rosé ist ein Wein, der auch in großer Hitze mit Leichtigkeit erfrischt, der jung getrunken wird und eben durch diese Dynamik besticht. Er gilt als Apuliens bester Rosé – der ideale Wein, für die heißen Sommermonate an Italiens Stiefelabsatz. Weinautor Tom Stevenson nennt ihn Süditaliens Antwort auf den berühmten Tavel aus dem Rhône-Tal. Ein anderer Topwein kommt aus der Gegen um Gallipoli, der Rosa del Golfo des gleichnamigen Weinguts.

Weinkeller Italiens

Doch nicht nur Rosé fließt in Apulien in Strömen: Unter der Sonne Süditaliens wachsen alljährlich Millionen von Rebstöcken, die prächtige Trauben tragen. Allein 26,4 Millionen Flaschen Wein mit DOC-Prädikat produziert Apulien jährlich auf insgesamt 109.000 Hektar Rebfläche – ein Grund, warum der Stiefelabsatz auch Weinkeller Italiens genannt wird. Apuliens Winzer verstehen ihr Geschäft, die Weinbautradition reicht hier schließlich bis in die Zeit des antiken Roms zurück. Heute erweist sich Italiens Süden in Sachen Weinbau als innovativ und sehr erfolgreich: Apuliens Weinbauern haben technisch und qualitativ einiges zu bieten. Vor zehn Jahren produzierten nur wenige Betriebe hochwertige Qualität, heute geht der Trend eindeutig zum Qualitätswein.

Dabei versucht der apulische Weinbau die Balance zwischen Tradition und Innovation zu halten und damit seine Identität zu wahren. Man vertraut auf die großartigen und typischen teils autochthonen, d.h. in Apulien schon immer heimischen, Reben, die wie das günstige Klima und die für Weinbau geeigneten Böden das immense Qualitätspotenzial Apuliens bilden. Es hat sich eine junge Elite von Weinmachern herausgeschält, die einerseits aus den Erfahrungen ihrer Vorgänger lernen und andererseits aufmerksam die internationale Weinwelt beobachten. So kommt es, dass immer mehr apulische Weine auch internationale Bedeutung gewinnen. Dabei kennzeichnet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis die Weine aus Apulien.

Von Reben und Trauben

Castel del Monte

(c) Michael Ritter

Die am häufigsten angebaute Rebsorte ist der Negroamaro. Aus dieser Sorte werden unter anderem der Salice Salentino oder auch der Rosé Five Roses hergestellt. Leone de Castris in Salice Salentino produziert beide Weine seit Jahren sehr erfolgreich. Gambero Rosso nennt das Weingut einen „Fixstern am süditalienischen Weinhimmel“. Eine weitere interessante Sorte ist der Primitivo – der heute als Ursprungsrebe des kalifornischen Zinfandels gehandelt wird.

Das heiße und durch die Nähe zum Adriatischen Meer zugleich feuchte Klima lässt die Trauben meist voll ausreifen, so dass die Weine voll, körper- und alkoholreich ausfallen. In der Jugend rau und ruppig, im Alter samtig und harmonisch. Apulien ist die Weinregion, in der die meisten Rebsorten Süditaliens angepflanzt werden. Zu den wichtigsten Sorten zählt neben Primitivo, die sehr früh reifende Uva di Troia.

(c) Connaisseur & Gourmet 2017