Freischwimmer - Köpper in die Kunst! in Wolfsburg
Freischwimmer- Köpper in die Kunst!
(c) Kunstmuseum Wolfsburg, Foto: Marek Kruzszewski
Wissen Sie noch was ein Köpper ist? Die Macher vom Kunstmuseum Wolfsburg um ihren Direktor Andreas Beitin haben sicherheitshalber noch einmal in ihrem Freundeskreis nachgefragt, ob der Begriff, den ich auch hauptsächlich aus meiner Jugend kenne, noch von den Museumsbesuchern verstanden wird. Da die Antwort meist ein deutliches „Ja!“ war, nannten sie die gerade anlaufende erfrischende Ausstellung „Freischwimmer: Köpper in die Kunst“
Das Kunstmuseum Wolfsburg gehört zu den bedeutendsten deutschen Museen für zeitgenössische Kunst. Seit es 1994 im Herzen von Wolfsburg eröffnet wurde, etablierte es sich als dynamischer Ausstellungsort, der wichtige Positionen internationaler Kunst präsentiert und zugleich aktuelle gesellschaftliche Diskurse aufgreift. Mit seiner modernen Architektur und innovativen Ausstellungskonzepten zieht es neben den VW-Käufern, die sich ihren Wagen direkt vor Ort abholen und den Ausflug mit etwas Kultur verschönern wollen zahlreiche Kunstliebhaber, Touristen und Kulturinteressierte an. |
Ob man dabei mit oder gegen den Strom schwimmen will, bleibt jedem selbst überlassen: Die Kuratorinnen der Ausstellung stammen aus den unterschiedlichen Abteilungen des Museums und haben bei der Auswahl ungewohnte Gegenüberstellungen und Präsentationsformen gewählt. Diese abteilungsübergreifende Kooperation ist neu und soll ganz besondere Begegnungen zwischen Kunstwerken, Raum und Publikum ermöglichen. Vielfältige Raumerlebnisse laden dazu ein, die Kunst aus unterschiedlichen Perspektiven zu erleben oder auch interaktiv digital zu entdecken. Spielerisch, kreativ, interaktiv und ganz individuell kann man so seine Bahnen ganz nach Gusto durch die Ausstellung ziehen. Die Aufforderung ans Publikum lautet: „Schwimm mit!“ |
James Turell, Moenkopi
(c) James Turell, Foto: Florian Holzherr
"Andy Warhol & Keith Haring. Party of Life"
Die Ausstellung fragt, wie sich unsere Wahrnehmung von Kunst verändert, wenn wir sie nicht nur sehen, sondern mit dem ganzen Körper erfahren? Wie im Schwimmbad gliedert sich diese Reise durch die Kunst in die Themenbereiche Ankommen, Eintauchen und Auftauchen. Jeppe Heins Spiegellabyrinth heißt die Besucher am Eingang der Ausstellung willkommen und hinterfragt die Raumwahrnehmung. James Turells Lichtinstallation Moenkopi verwischt die Grenzen zwischen Raum und Wahrnehmung und lässt Besucher eintauchen in seine atmosphärischen Farbwelten und beim Auftauchen spielt Olafur Eliasson mit Licht und Farbe, während beim Ausgang eine große Portätwand von Begegnungen und Identitäten erzählt. Mit einem Selfie kann man dann selbst Teil des Kunstmoments werden und sich einbringen. |
Workshops, Talks und mehr bieten Erwachsenen und Kindern die Möglichkeit zu kreativen Aktionen. Die Ausstellung beweist, dass Kunst nicht nur kontemplativ sein muss, sondern auch ein sinnliches und körperliches Erlebnis sein kann. Ein Muss für alle, die Lust auf etwas Neues haben! |
Tobias Rehberger
(c) Tobias Rehberger, Foto Marek Kruszewski
(c) Connaisseur & Gourmet 2026
