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Irischer Fleischgenuss für deutsche Feinschmecker

Irland - das sind saftige Wiesen, grünes Gras, schroffen Felsen, umgeben von der rauhen Irischen See, dem keltischen Meer und dem nördlichen Atlantik. Und überall findet man dort kleine Gruppen friedlich weidender Rinder. Die Insel im Atlantik bietet optimale Bedingungen für die Produktion von hervorragendem Rindfleisch. Das milde, feuchte Klima und die fruchtbaren Böden sorgen für eine Natur, die es den rund 130.000 landwirtschaftlichen Betrieben des Landes - darunter 80.000 aktive Rinderfarmen - erlaubt, ihre Tiere den Großteil des Jahres draußen zu halten.

Eine Idylle, die hier tatsächlich praktizierter landwirtschaftlicher Alltag ist. Rund 6,75 Millionen Rinder und Kühe (drei Stück für je zwei Einwohner) stehen auf den irischen Weiden. Etwa jedes sechste von ihnen wird zur Fleischproduktion gehalten. Platz haben sie genau. 4,3 Millionen Hektar Weideland gibt es in Irland, da kann man sich auch mal aus dem Weg gehen. Das halbstaatliche BORD BIA kümmert sich um die Rahmenbedingungen und hat auch ein Büro in Düsseldorf.

Gut so, denn Feinschmecker und Spitzenköche wissen das Vorzeige-Produkt der grünen Insel schon lange zu schätzen und können so kürzere Wege gehen. Die irischen Rinderrassen Hereford, Angus, Limousin, Simmental und Charolais stehen nicht nur bei Sterneköchen für erstklassige Fleischqualität. In den letzten Jahren wurden je 15.000 Tonnen nach Deutschland exportiert - Tendenz steigend.

Den Deutschen schmeckt's. Grund dafür ist die herausragende Qualität des Ground Beef, das geprüft und zertifiziert auf den Markt kommt und dem deutschen QS-Siegel gleichzusetzen ist. Das Kontrollgremium überwacht die gesamte Produktion, von der Fütterung, über die Haltung bis hin zur Schlachtung und sorgt für Fleisch von herausragender Qualität. Fast die Hälfte der irischen Rinderfarmer nimmt an dem Programm teil, das fast 80 Prozent der gesamten irischen Rindfleischproduktion entspricht. Und es werden täglich mehr. Durch den „Goldstandard der Produktzertifizierung“ – die EN 45011 - kann jederzeit abgerufen werden, von welchen Höfen welches Tier stammt, wie es gefüttert, gehalten und schließlich geschlachtet wurde. Tierhaltung und Fleischproduktion müssen dabei nachhaltig betrieben werden. Ziel der Qualitäts-Offensive ist es, in der gesamten Kette den CO2-Ausstoß zu verringern und eine Untersuchung der EU-Kommission ergab, dass irisches Rindfleisch europaweit den fünftniedrigsten Carbon Footprint in der EU hat und unter dem europäischen Durchschnitt liegt. Die Entwikclung des CO⊃2;-Ausstosses werden vom Kontrollgremium gemessen und den Farmern digital zur Verfügung gestellt. So können die Farmer mit einem speziellen Tool direkt erkennen, welche Auswirkungen bestimmte Veränderungen auf die CO2-Emissionen und die Erzeugungskosten ihrer Betriebe haben. Irland setzt damit international einen Meilenstein im Thema Nachhaltigkeit und hat seit Einführung des 2012 von der Regierung initiierten Nachhaltigkeitsprogramms Origin Green die Führung übernommen. Mit Origin Green verpflichten sich die irischen Getränke- und Lebensmittelhersteller freiwillig zur Einhaltung von individuell ausgearbeiteten und zertifizierten Richtlinien in Schlüsselbereichen, wie Schadstoffemission oder Energie- und Wasserverbrauch.

Gute Noten von den deutschen Verbrauchern

In Irland hat das landwirtschaftliche Leben Tradition. Die Iren sind standfeste Menschen mit klassischen Werte und Familienzusammenhalt. So ist es bis heute üblich, seine Farm an die nächste Generation weiterzugeben und mit ihr alle Erfahrungen rund um die Tierhaltung. Dieses tradierte Wissen der nachhaltigen Tierhaltung kann der Genießer und Feinschmecker am Fleisch selbst erleben. Eine aktuelle Marktforschung hat ergeben, dass die deutschen Konsumenten irisches Rindfleisch im Vergleich am besten bewerten: In verschiedenen Tests vergaben die Tester die höchsten Noten an das irische Fleisch. 2013 wurde irisches Rindfleisch in den kulinarischen Olymp erhoben – die Jury des renommierten Koch-Wettbewerbs Bocuse d’Or, der alle zwei Jahre im französischen Lyon stattfindet, entschied sich bei der Wahl der Kochzutaten bewusst für das Rindfleisch der grünen Insel. Das Markenprodukt „Irish Beef“ erhielt mit dieser Entscheidung eine internationale Anerkennung – gilt Bocuse d’Or doch als der anspruchsvollste und prestigeträchtigste Wettbewerb der Haute Cuisine. Da Irish Beef auch bei vielen Sterneköchen beliebt ist, gründete sich bereits vor zehn Jahren der Chefs’ Irish Beef Club, der heute über 70 europäische Spitzenköche vereint. Zu den zehn deutschen Mitglieder gehören unter anderem Cornelia Poletto, Christoph Rüffer und Kolja Kleeberg.

(c) Connaisseur & Gourmet 2017