Zu Gast (nicht nur) in Euopas Weinregionen

Spannende unbekanntere Ziele entdecken

Dievole

Ehepaar Schwenn

(c) Michael Ritter

Villa Dievole

Alten Frankfurtern ist Hartmut Schwenn vielleicht noch als Briefmarken-Händler mit innovativen Angeboten und als Auktionator bekannt, der schon in den 60er Jahren mit Briefmarken Auktionsrekorde aufstellte. Doch mit Briefmarken macht Schwenn schon lange nicht mehr sein Vermögen. Schon Ende der 60er Jahre zog der ehemalige Wernigeröder weiter ins Tessin, weil er dort leben und arbeiten wollte, wo andere Menschen Urlaub machen. Immer mit einem feinen Gespür für lukrative Geschäfte lernte der Investor dort nicht nur seine Frau Eva kennen, sondern zog mit ihr am italienischen Ufer des Luganer Sees ein ambitioniertes Immobilienprojekt hoch, dass heute als Parco San Marco auf 30.000 Quadratmetern in subtropischer Parkanlage in 111 Villen, Suiten und Apartments mit atemberaubenden Seeblick Urlaub in familiärer Atmosphäre bietet.

Anfang der 70er Jahre bot sich für die Schwenns die Möglichkeit ein Weingut in der Chianti Classico Zone der Toskana nahe Vagliagli zu erwerben. Italien befand sich damals im Umbruch. Gerade erst hatte man die „mezzadria“, die Halbpacht abgeschafft, die Bauern dazu verpflichtet die Hälfte Ihrer Erträge an den Landbesitzer abzuführen. Davon konnten hatten bisher viele der jahrhundertealten Familien von Großgrundbesitzern und aus dem Adel gut leben können. Zwar spürten es viele von ihnen noch nicht sofort, doch war es schwer die früheren Pächter zu bezahlen oder anderweitig fremde Hilfe in die vom Menschenschlag eher verschlossenen Dorfgemeinschaften zu holen. Erst konnte man doch kleine Häuschen aus dem Besitz scheibchenweise an sonnenhungrige Deutsche und Norditaliener verkaufen, doch irgendwann wurden auch diese Besitztümer knapp und er blieb nur der vollständige Verkauf des gesamten Anwesens. Wer deshalb, wie ich, heute nach Weingütern aus den eigenen Studientagen sucht, wird selten fündig, denn die neuen Besitzer aus Frankfurt, Zürich, New York Rom und Mailand haben meist auch die Namen geändert. Hartmut Schwenn blieb dem Namen treu, der schon seit 900 Jahren mit dem Weingut verbunden ist: Dievole. Der Name bedeutet „Gott will es“. Die rund 400 Hektar Wiesen, Felder, Wälder, Olivenbäume, Zypressen, holprige Wege, Häuser, Gehöfte sind fast zu einem Viertel mit Weingärten bepflanzt, auf denen zu zwei Dritteln Sangiovese für erstklassigen Chianti wächst. Das Weingut liegt in erstklassiger Lage im Herzen des Chianti Classico, nur zwölf Kilometer nördlich von Siena. 1989 brachte Schwenn zusammen mit seinem Sohn Mario, der das Weingut seit 1986 leitete die erste eigene Ernte auf den Markt. Heute haben sich Vater und Stiefsohn auseinanderlebt und so sorgen heute – nach dessen Wegzug - externe Önologen mit einheimischen Kellermeistern für die Einhaltung der Qualität.

Mit Wein hatte Schwenn bis dahin eigentlich noch nicht zu tun gehabt, sah aber offenbar in der Investition ein gutes Geschäft. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Gambero Rosso, die Bibel der Freunde des italienischen Weins lobt den Riserva und nimmt ihn in die engere Wahl für die gefeierten 3 Gläser: "Der Chianti Classico Dieulele Riserva '01 brillierte und das nicht nur wegen seiner attraktiven Tönung. Süße Himbeeren und Erdbeeren deuten sich in seinem vanillegewürzten Bukett an. Eine gut eingegliederte Säureader erfüllt den weichen, dichten Geschmack dezent mit Leben; erfreulich fein wirkt das Tannin und schön entspannt der liebliche Abgang." Aber auch andere Weine wie der "Divertimento" kommen gut weg. "Divertimento" heißt Vergnügen und ist eine elegante Interpretation toskanischer Lebenslust. Auf der schwarzen Magnumflasche ist ein goldfarbener Handabdruck des Winzermeisters. Der Rosso Toscano wird aus den heimischen Rebsorten Canaiolo, Mammolo und Colorino gekeltert und hat einen sehr weichen Charakter, sehr eindringlich nach dunklen Früchten duftend, klar und reintönig im Geschmack mit einem langen Abgang. Neben Chianti Classico, produziert Dievole auch junge Weine, die Dievolino in weiß, rosé und rot sowie einige "Supertuscans", die den letzten "Schliff" durch die Lagerung in Barriquefässern erhalten.

Obwohl Schwenn 80 Prozent seines Umsatzes mit dem Wein macht, hat er die Erfahrungen aus dem Parco San Marco auch in Dievole einfließen lassen. Einige der Häuser des Landguts und die vornehme Villa im Zentrum wurden zu komfortablen Suiten, Zimmern und luxuriösen Ferienwohnungen im Landhausstil umgewandelt. Zwei große Panorama-Swimmingpools mit einem traumhaften Blick über die Hügellandschaft der Toskana stehen den Gästen zur Verfügung. Die Villa selbst beherbergt neben großen Suiten neun Zimmer mit Bad. Im eigenen Restaurant im Herrenhaus werden die Gäste mit der typisch toskanischen Küche und den exzellenten Dievole-Weinen versorgt. Neben der Rezeption wartet eine gemütliche Weinbar auf die Gäste, die toskanische Tradition mit modernen Minimalismus stilvoll vereinigt. Schritt für Schritt wurden auch die weiteren Gebäude im Laufe der Jahre restauriert, um somit die steigende Nachfrage nach Urlaub im Weingut bedienen zu können. Die neben der kleinen Kirche liegende Casa dell'Olivo wurde bis vor wenigen Jahren als Jagdhaus genutzt. Neu ist "La Colombaia", der Taubenschlag, in dem sich heute einige luxuriöse Ferienwohnungen befinden. Wer Glück hat kann das W-LAN nutzen, dass eigentlich für die Überwachungskameras angelegt wurde. Die Zimmer liegen je nach Saison und Größe zwischen 128 Euro für Bed & Breakfast während der Vor- und Nachsaison bis 500 Euro im kompletten Ferienhaus für acht Personen in der Hauptsaison im Frühling und Herbst.

Dievole, Hotelmanager

(c) Michael Ritter

Anfang der 70er Jahre bot sich für die Schwenns die Möglichkeit ein Weingut in der Chianti Classico Zone der Toskana nahe Vagliagli zu erwerben. Italien befand sich damals im Umbruch. Gerade erst hatte man die „mezzadria“, die Halbpacht abgeschafft, die Bauern dazu verpflichtet die Hälfte Ihrer Erträge an den Landbesitzer abzuführen. Davon konnten hatten bisher viele der jahrhundertealten Familien von Großgrundbesitzern und aus dem Adel gut leben können. Zwar spürten es viele von ihnen noch nicht sofort, doch war es schwer die früheren Pächter zu bezahlen oder anderweitig fremde Hilfe in die vom Menschenschlag eher verschlossenen Dorfgemeinschaften zu holen. Erst konnte man doch kleine Häuschen aus dem Besitz scheibchenweise an sonnenhungrige Deutsche und Norditaliener verkaufen, doch irgendwann wurden auch diese Besitztümer knapp und er blieb nur der vollständige Verkauf des gesamten Anwesens. Wer deshalb, wie ich, heute nach Weingütern aus den eigenen Studientagen sucht, wird selten fündig, denn die neuen Besitzer aus Frankfurt, Zürich, New York Rom und Mailand haben meist auch die Namen geändert. Hartmut Schwenn blieb dem Namen treu, der schon seit 900 Jahren mit dem Weingut verbunden ist: Dievole. Der Name bedeutet „Gott will es“. Die rund 400 Hektar Wiesen, Felder, Wälder, Olivenbäume, Zypressen, holprige Wege, Häuser, Gehöfte sind fast zu einem Viertel mit Weingärten bepflanzt, auf denen zu zwei Dritteln Sangiovese für erstklassigen Chianti wächst. Das Weingut liegt in erstklassiger Lage im Herzen des Chianti Classico, nur zwölf Kilometer nördlich von Siena. 1989 brachte Schwenn zusammen mit seinem Sohn Mario, der das Weingut seit 1986 leitete die erste eigene Ernte auf den Markt. Heute haben sich Vater und Stiefsohn auseinanderlebt und so sorgen heute – nach dessen Wegzug - externe Önologen mit einheimischen Kellermeistern für die Einhaltung der Qualität.

Mit Wein hatte Schwenn bis dahin eigentlich noch nicht zu tun gehabt, sah aber offenbar in der Investition ein gutes Geschäft. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Gambero Rosso, die Bibel der Freunde des italienischen Weins lobt den Riserva und nimmt ihn in die engere Wahl für die gefeierten 3 Gläser: "Der Chianti Classico Dieulele Riserva '01 brillierte und das nicht nur wegen seiner attraktiven Tönung. Süße Himbeeren und Erdbeeren deuten sich in seinem vanillegewürzten Bukett an. Eine gut eingegliederte Säureader erfüllt den weichen, dichten Geschmack dezent mit Leben; erfreulich fein wirkt das Tannin und schön entspannt der liebliche Abgang." Aber auch andere Weine wie der "Divertimento" kommen gut weg. "Divertimento" heißt Vergnügen und ist eine elegante Interpretation toskanischer Lebenslust. Auf der schwarzen Magnumflasche ist ein goldfarbener Handabdruck des Winzermeisters. Der Rosso Toscano wird aus den heimischen Rebsorten Canaiolo, Mammolo und Colorino gekeltert und hat einen sehr weichen Charakter, sehr eindringlich nach dunklen Früchten duftend, klar und reintönig im Geschmack mit einem langen Abgang. Neben Chianti Classico, produziert Dievole auch junge Weine, die Dievolino in weiß, rosé und rot sowie einige "Supertuscans", die den letzten "Schliff" durch die Lagerung in  Barriquefässern erhalten.



Dievole

(c) Michael Ritter

Obwohl Schwenn 80 Prozent seines Umsatzes mit dem Wein macht, hat er die Erfahrungen aus dem Parco San Marco auch in Dievole einfließen lassen. Einige der Häuser des Landguts und die vornehme Villa im Zentrum wurden zu komfortablen Suiten, Zimmern und luxuriösen Ferienwohnungen im Landhausstil umgewandelt. Zwei große Panorama-Swimmingpools mit einem traumhaften Blick über die Hügellandschaft der Toskana stehen den Gästen zur Verfügung. Die Villa selbst beherbergt neben großen Suiten neun Zimmer mit Bad. Im eigenen Restaurant im Herrenhaus werden die Gäste mit der typisch toskanischen Küche und den exzellenten Dievole-Weinen versorgt. Neben der Rezeption wartet eine gemütliche Weinbar auf die Gäste, die toskanische Tradition mit modernen Minimalismus stilvoll vereinigt. Schritt für Schritt wurden auch die weiteren Gebäude im Laufe der Jahre restauriert, um somit die steigende Nachfrage nach Urlaub im Weingut bedienen zu können. Die neben der kleinen Kirche liegende Casa dell'Olivo wurde bis vor wenigen Jahren als Jagdhaus genutzt. Neu ist "La Colombaia", der Taubenschlag, in dem sich heute einige luxuriöse Ferienwohnungen befinden. Wer Glück hat kann das W-LAN nutzen, dass eigentlich für die Überwachungskameras angelegt wurde. Die Zimmer liegen je nach Saison und Größe zwischen 128 Euro für Bed & Breakfast während der Vor- und Nachsaison bis 500 Euro im kompletten Ferienhaus für acht Personen in der Hauptsaison im Frühling und Herbst.

(c) Connaisseur & Gourmet 2017