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Paganini, Sämtliche Werke für Violine Viola Cello

Paganini, Sämtliche Werke für Violine, Viola Cello

(c) Proprius (Naxos Deutschland Musik & Video Vertrie)

Der an sich hochinteressante, oft genug aber auf klischeehaft-reduzierende Weise meist ausschließlich als "Teufelsgeiger" in Szene gesetzte italienische Komponist Niccoló Paganini ist heute fast nur wegen einiger weniger hochvirtuoser Werke für Violine bekannt. Dabei wird häufig vernachlässigt, dass Paganini auch ein ausgezeichneter Gitarrist war und phasenweise jahrelang kaum Violine spielte, sondern sich der Gitarre näher fühlte.

Dieses wunderbare Album vom schwedischen Proprius-Label wirft nun einmal ein Schlaglicht auf den heute kaum noch bekannten Kammermusikkomponisten Paganini. Die außergewöhnlichen Trio-Werke sind ungewöhnlich besetzt für Violine oder Bratsche in Kombination mit Cello und Gitarre. Sie werden interpretiert von drei führenden schwedischen Solisten, die mit diesem Programm mehr als zwei Jahre (!) auf Tournee waren und fantastische Reaktionen von Kritikern und Publikum erhalten haben.

Am Ende dieser ausgedehnten Tour konnten sie das Programm praktisch im Schlaf spielen und hatten es so sehr verinnerlicht, wie man es nur findet, wenn Musiker sich über einen langen Zeitraum mit Musik wirklich innig und ausführlich beschäftigt haben.

Wir haben hier also den heute selten gewordenen Fall eines Albums, bei dem das Programm den ausführenden Musikern derartig in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass man dies einfach hört und positiv wahrnimmt. Hier sitzt nicht nur jeder Ton perfekt, hier kennen die Musiker auch die Stücke durch und durch, haben sie inhaltlich studiert und sind mit ihnen durch Dick und Dünn gegangen. Das äußert sich in einer bemerkenswerten Kantabilität der Phrasierung und in einer Spielfreude, die einzigartig ist.

Cellist Andreas Brantelid spielt ein Stradivari-Cello, das Paganini selbst gehörte. Nils-Erik Sparf spielt eine Stradivari- Violine, die im selben Jahr wie das Cello gebaut wurde. Das Album ist zudem unglaublich gut aufgenommen (24bit/96 khz) von Dänemarks führendem Tonmeister Leif Hesselberg. Der Sound wirkt vollkommen natürlich und fängt die Energie der mitgeschnittenen Live-Auftritte sehr wirkungsvoll ein.

(c) Dr. Rainer Aschemeier

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