Zu Gast (nicht nur) in Euopas Weinregionen

Spannende unbekanntere Ziele entdecken

Kunstkreuzfahrt auf Mein Schiff 4 durchs Baltikum

Mein Schiff im Hafen

(c) Michael Ritter

Eine Reise durch Geschichte, Kultur und Traditione

Die Ostsee, einst Mare Balticum der Römer, verbindet seit Jahrhunderten Völker, Kulturen und Handelswege. Eine Kreuzfahrt von Kiel durch die baltischen Hauptstädte nach Stockholm und zurück ist weit mehr als nur eine maritime Reise – sie ist eine Zeitreise durch Epochen, eine Entdeckungstour durch architektonische Meisterwerke und eine Begegnung mit lebendigen Traditionen, die bis heute die Identität dieser Region prägen.

Kiel

Kiel - Tor zur Ostsee

Die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel ist der ideale Ausgangspunkt für diese außergewöhnliche Reise. Als einer der wichtigsten deutschen Kreuzfahrthäfen empfängt die Stadt ihre Gäste mit maritimem Flair. Die Kieler Förde, Schauplatz der jährlichen Kieler Woche, erstreckt sich majestätisch vor den Passagieren, während das Schiff langsam zum Klang der Auslaufmelodie „Große Freiheit“ aus dem Hafen gleitet. Es ist ein spezielles Arrangement von Unheilig feat. James Last die beim Ablegen des Schiffes gespielt wird, sobald die Leinen gelöst sind und das Typhon dreimal ertönt ist. Wegen der hohen Beliebtheit der Unheilig-Hymne blieben Versuche sie auszutauschen erfolglos. Bei der Fahrt gen Norden schweift der Blick über das Marine-Ehrenmal in Laboe, bevor Mein Schiff 4 Kurs auf das Baltikum nimmt.

Ankunft in Klaipeda

(c) Michael Ritter

Mein Schiff 4 als Vorzeigeprojekt maritimer Kunst

In einer Zeit, in der Kreuzfahrten längst mehr sind als nur Transport von A nach B, hat sich die Kunst auf modernen Kreuzfahrtschiffen zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal gemausert. Besonders TUI Cruises hat sich für ihre Mein Schiff-Flotte dem Anspruch verschrieben, den Gästen nicht nur maritime Erlebnisse, sondern auch kulturelle Bereicherung zu bieten. An der Spitze dieser Entwicklung steht die Mein Schiff 4, die 2015 in Dienst gestellt wurde und mit als schwimmendes Museum konzipiert ist. Wybcke Meier, seit Jahren CEO der Hamburger Reederei, sagt dazu: „Kunst ist vielfältig und individuell zugleich. So wie unser Produkt. Wir möchten unseren Gästen die Möglichkeit bieten, Kunst in einer angenehmen Urlaubsatmosphäre ganz in Ruhe und ohne jeglichen Zwang zu erleben.“

Das komfortable Kreuzfahrtschiff beherbergt eine beeindruckende Kunstsammlung von über 6.000 Werken, die sich über alle öffentlichen und privaten Bereiche des Schiffes erstreckt. Inspiriert vom TUI-Blau in all seinen Schattierungen findet man ein breites Angebot: von großformatigen Gemälden in den Treppenhäusern über skulpturale Installationen in den Restaurants bis hin zu fotografischen Serien in den Kabinengängen – Kunst ist allgegenwärtig und integraler Bestandteil des Schiffsdesigns. Dabei wurde die Sammlung nicht beliebig zusammengestellt, sondern folgt einem durchdachten Konzept, das Unterhaltung, Bildung und Ästhetik miteinander verbindet.





Das Ännchen von Tharau

(c) Michael Ritter

Klaipeda - Zu Gast im Bernsteinland

Bernsteinschmuck in Klaipeda

(c) Michael Ritter

Doch erst einmal zurück zu unserer Kreuzfahrt. Spätestens nach dem Ablegen in Kiel erkunden viele der knapp 2.500 Gäste das kulinarische Angebot an Bord. Feste Essenzeiten gibt es nicht mehr, ebenso wenig eine feste Sitzordnung. Während Mein Schiff-Neulinge gerne experimentieren, haben Stammgäste meist ihre Vorlieben entdeckt, besuchen gezielt das Büffet-Restaurant, das eine breite Palette von Speisen auch mit vegetarischen und veganen Gerichten anbietet oder eines der À-la-carte-Restaurants, wo man auch ohne Reservierung meist schnell einen Platz bekommt. Das ist ideal für Singles und Paare, die so im Verlauf der Kreuzfahrt neue Menschen kennenlernen können. Gerne treffen sich dort auch Freundeskreise von Stammkunden, die sich für einen gemeinsamen Urlaub verabredet haben.

Auf der „Mein Schiff 4“ haben die Passagiere eine Auswahl zwischen neun verschiedenen Restaurants und Bistros. Hinter dem Büffetrestaurant Ankermannsplatz verbirgt sich ein Lieblingsort vieler Fisch-Fans: das „Gosch Sylt“, das mit kalten und warmen Fisch- und Meerestiervariationen wie viele Bars und Bistros auch im umfangreichen All Inclusive-Konzept enthalten ist, das auch Markengetränke und Cocktails inkludiert. Sushifans werden sich trotz der Zusatzkosten bemühen, einen Platz im begehrten „Hanami“ zu erobern, wo Spezialitäten von asienaffinen S0terne-Koch Tim Raue serviert. Brötchen, Sandwiches und Kuchen vor dem Büffet in der bordeigenen Backstube.

Nach der ersten Nacht auf See und einer Fahrt entlang der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, wo in der Ferne die Kreidefelsen von Rügen die Hochküste markieren und Polens erreicht das Schiff Klaipeda, die drittgrößte Stadt Litauens und einzige Hafenstadt des Landes. Wir legen unweit der Altstadt an, was auch die Erkundung des kleinen Orts auf eigene Faust ermöglicht.

Einst hieß die Stadt unter deutscher Herrschaft Memel, wie der Fluß, der dort am Memeler Tief den Abfluß der größtenteils zu Russland gehörenden Kurischen Nehrung bildet. Noch heute trägt der Ort die Spuren seiner wechselvollen Geschichte. Die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und den charakteristischen gepflasterten Straßen lädt zum Flanieren ein. Auf dem Platz vor dem Theater steht der Simon-Dach-Brunnen, vor mehr als 100 Jahren in Erinnerung an den von dort stammenden Dichter geschaffen. Nicht Dach ziert den Brunnen sondern das Ännchen von Tharau, sein wohl als Volkslied bekanntestes Werk. von Simon Dach, das Volkslied Ännchen von Tharau.

Deutlich fallen im Zentrum die zahlreichen Galerien für Bernstein auf. Das "Gold der Ostsee" kann man nicht nur in Litauen auch direkt am Strand suchen, wo es besonders nach Stürmen angetrieben wird, doch bequeme Kreuzfahrer finden es schön verziert in Läden wie der Amber Queen. Bernstein ist ein Verkaufsrenner und man kann sogar Bernstein-Wodka probieren, bei dem ein Bernstein in der Flasche eingeschlossen ist. Für gut 70 Euro deutlich preiswerter als der Russo-Baltique, ein Vodka in einer Flasche aus massivem Gold und Platin mit Diamanten, der eher den Oligarchen munden dürfte. Zwar findet man auch in den Bernstein-Galerien im Ort reichlich Informationen über das Gold der Ostsee, doch ausführlicher und mit erleseneren Stücken lockt im nahegelegenen Palanga das Bernsteinmuseum. Doch das eigentliche Juwel liegt vor den Toren der Stadt und kann auf einem der Ausflüge erkundet werden.

Kurische Nehrung

Naturparadies Kurische Nehrung

Nordspitze der Kurischen Nehrung

(c) Michael Ritter

Die Kurische Nehrung ist eine der bemerkenswertesten Landschaftsformationen Europas. Die schmale, fast hundert Kilometer lange Landzunge trennt das Kurische Haff von der Ostsee und ist seit dem Jahr 2000 UNESCO-Welterbe. Die höchsten Wanderdünen Europas formen hier eine Landschaft von surrealer Schönheit – goldene Sandberge, die bis zu sechzig Meter in den Himmel ragen und von Wind und Wetter ständig neu geformt werden.

Die Große Düne bei Nida ist das Wahrzeichen der Nehrung. Wer den Aufstieg wagt, wird mit einem atemberaubenden Panorama belohnt: Auf der einen Seite das ruhige, blaue Haff, auf der anderen die schäumenden Wellen der Ostsee. Dazwischen erstreckt sich ein schmaler Streifen Land, bedeckt von Kiefernwäldern, die im 19. und 20. Jahrhundert mühsam aufgeforstet wurden, um die wandernden Dünen zu stabilisieren.

Die Kurische Nehrung war stets ein Ort der Inspiration. Der Nobelpreisträger Thomas Mann verbrachte hier seine Sommer in einem Holzhaus in Nida, das heute als Museum besichtigt werden kann. Die besondere Lichtstimmung, die Einsamkeit der Landschaft und die raue Schönheit der Natur zogen Künstler wie Max Pechstein und Kark Schmidt-Rotluss und Schriftsteller wie Carl Zuckmayer magisch an. In den kleinen Fischerdörfern, wo noch traditionell geräuchert wird, lässt sich erahnen, wie das Leben hier vor hundert Jahren aussah.

Pinguin am Ausguck

(c) Michael Ritter

Die Kuratoren aus Oslo: Kunstexpertise vom Fjord

Doch zurück zur Kunst an Bord der Mein Schiff 4. Für deren Zusammenstellung hat sich TUI Cruises die norwegische Firma International Corporate Art (ICArt) aus Oslo ins Boot geholt, was nicht despektierlich zu verstehen. . Das Unternehmen hat sich als Spezialist für maritime Kunstberatung einen Namen gemacht und arbeitet seit Jahren mit verschiedenen Reedereien zusammen, um deren Schiffe in schwimmende Kunstgalerien zu verwandeln. Damit unterscheidet es sich wesentlich von anderen Cruise Lines, vor allem aus den USA, bei denen auch bei der Kunst dem Profit oberste Priorität eingeräumt wird.

ICArt wurde von erfahrenen Kunsthistorikern und Kuratoren gegründet, die ein profundes Verständnis sowohl für zeitgenössische Kunst als auch – und das gilt es bei der Auswahl unbedingt zu berücksichtigen - für die besonderen Anforderungen maritimer Umgebungen mitbringen. Geleitet wurde das Team von Helene Haaland Mustad als Projektmanagerin und Kuratorin, die über jahrzehntelange Erfahrung in der Kunstbranche verfügt und in den USA und Oslo Kunstgeschichte studiert hat. Mustad und ihr Team entwickelten gemeinsam mit TUI Cruises ein umfassendes Konzept, das die Vielfalt zeitgenössischer Kunst mit den besonderen Anforderungen einer maritimen Umgebung verbindet.

Ihre Philosophie basiert auf der Überzeugung, dass Kunst an Bord mehr sein muss als bloße Dekoration. Es sollen immersive Kunsterlebnisse erschaffen werden, die den Charakter des Schiffes prägen und den Gästen unvergessliche visuelle Begegnungen ermöglichen. Für die Mein Schiff 4 entwickelte sie zusammen mit ihrer Mannschaft ein umfassendes Konzept, das verschiedene künstlerische Strömungen, Medien und kulturelle Perspektiven vereint.

Für die Mein Schiff 4 entwickelte das Team ein Konzept, das verschiedene künstlerische Medien vereint – von Malerei und Skulpturen über Installationen, Fotografie und Videos bis hin zu Graffitis und Posterdrucken.

Ein wesentlicher Aspekt, der bei der Kunstauswahl berücksichtigt wurde, ist die Zielgruppe von TUI Cruises. Im Gegensatz zu vielen internationalen Kreuzfahrtanbietern richtet sich TUI Cruises hauptsächlich an den deutschsprachigen Markt. Die Gäste kommen überwiegend aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, und Bordsprache der für den Service zuständigen Mitarbeiter ist überwiegend Deutsch oder Englisch. Das spiegelt sich auch in der Kunstauswahl wider, die zwar international orientiert ist, aber auch einen Fokus auf deutschsprachige Künstler legt.

"Kunst ist vielfältig und individuell zugleich. So wie unser Produkt", erklärte Wybcke Meier, langjährige CEO von TUI Cruises, bei der Vorstellung des Kunstkonzepts. "Wir möchten unseren Gästen die Möglichkeit bieten, Kunst in einer angenehmen Urlaubsatmosphäre ganz in Ruhe und ohne jeglichen Zwang zu erleben."

Am obersten Deck erlaubt die überdimensionale rosarote Brille „Sea Pink“ von Hans Moser auch bei grauem Wetter alles rosarot zu sehen, doch viele nutzen sie bei strahlendem Sonnenschein für Selfies, um Freunde zu Hause neidisch werden zu lassen. Ebenso beliebt sind die Skulpturen der Erdmännchen, die neugierig auf dem Deck stehen.

Riga von oben

(c) Michael Ritter

Riga - Perle des Baltikums

Schwarzhäupterhaus in Riga

(c) Michael Ritter

Von Klaipeda aus fährt Mein Schiff weiter entlang der baltischen Küste nach Norden. Am nächsten Morgen empfängt uns die lettische Hauptstadt Riga an einem etwas außerhalb der Stadt gelegenen Terminal, das einen Shuttle erforderlich macht, der sich loht, denn die Stadt empfängt ihre Besucher mit einer einzigartigen Mischung aus mittelalterlichem Charme und architektonischer Avantgarde. Die Altstadt, ebenfalls UNESCO-Welterbe, bezaubert mit ihren kopfsteingepflasterten Gassen, gotischen Kirchen und Handelshäusern. In der Hauptstadt spürt man stark, dass Riga einst ein wichtiges Zentrum des Baltikums in der Sowjetunion war, denn noch immer leben dort mehr als 40 % Russen.

Die Animositäten der Balten gegenüber Russen und Russland sind tief verwurzelt. Während der durch den Hitler-Stalin-Pakt besiegelten sowjetischen Besatzung sorgten Deportationen, Russifizierung und dem Verlust der Unabhängigkeit für den Widerstand. Heute ist es Putins revisionistische Politik und das Gefühl der Bedrohung durch militärische Aggression wie in der Ukraine, die zu Feindseligkeiten führen. Was ist, wenn die eigene russischsprachige Minderheit von Moskau instrumentalisiert wird? So sucht man das Heil in der verstärkten NATO-Integration und der bewussten Abkehr von Russland, obwohl eine Integration der Minderheiten ein wichtiger Faktor für Stabilität wäre. Eine Entwicklung, die man schon in der Ukraine beobachten konnte. Vor einigen Jahren stimmten die Letten mehrheitlich gegen eine Einführung des Russischen als zweite Amtssprache – wahrscheinlich mit vielen Stimmen der dort lebenden Russen. Doch Rigas wahre Besonderheit liegt jenseits der mittelalterlichen Stadtmauern.

Rigaer Börse - heute ein Museum

(c) Michael Ritter

Jugendstil-Metropole - Architektonische Zeitreise

Riga beherbergt die höchste Konzentration an Jugendstilarchitektur weltweit. Mehr als achthundert Gebäude im Art-Nouveau-Stil prägen das Stadtbild, besonders außerhalb der Altstadt. Die Alberta iela gilt als die Prachtallee des Jugendstils schlechthin, wo sich ein architektonisches Meisterwerk an das nächste reiht.

Die hauptsächlich zwischen 1904 und 1914 entstanden bauten zeigen die ganze Bandbreite des Jugendstils: von floralen Ornamenten über mythologische Figuren bis hin zu geometrischen Mustern. Erinnern Sie sich an den Filmklassiker „Panzerkreuzer Potemkin“ von Sergej Eisenstein? Der sowjetische Propagandafilm gegen das Zarenregime spielt im Odessa im Jahr 1905, als in Riga viele der Jugendstilbauten entstanden. Sergejs Vater war der lettische Architekt Michail Eisenstein, der einige der spektakulärsten Bauten schuf, deren Fassaden entlang der Alberta iela von dekorativen Elementen schier überborden – ein Wort, das auch an die Schiffsfahrt erinnert. Masken, Sphinxen, Pfauenfedern und symbolistische Motive verschmelzen bei Eisensetein senior zu einem Gesamtkunstwerk.

Einen besonders authentischen Eindruck gewinnt man im Jugendstil-Museum in der Alberta iela 12, die einen Einblick in die Wohnkultur jener Epoche bietet.

Originalgetreu restauriert zeigt sie das Leben der wohlhabenden Rigaer Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Jedes Detail – von den geschwungenen Türgriffen über die kunstvollen Parkettböden bis zu den farbigen Glasfenstern – atmet den Geist einer Ära, die Schönheit und Funktionalität zu vereinen suchte.

In seiner speziellen Spielart spiegelt der hiesige Jugendstil auch die kosmopolitische Natur der Stadt wider. Als wichtiger Handelshafen des Russischen Reiches war sie ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen. Deutsche, Russen, Letten, Juden und Polen lebten hier zusammen, und diese Vielfalt findet sich in der Architektur wieder. Während einige Gebäude dem deutschen rationalen Jugendstil folgen, zeigen andere den dekorativen Stil, der in Paris und Wien populär war.

Auch der Komiker Heinz Erhardt wuchs in diesen Jahren in Riga auf. Sein Vater war Komponist und Kapellmeister und sein Opa führte dort ein Musikhaus und sein Onkel war kurzzeitig Finanzminister der sich nach dem Sturz des Zaren und der Unabhängigkeit bildenden Republik Lettland.

Baltische Chortradition

(c) Michael Ritter

Die singende Revolution der Balten

Baltische Chortradition beim Sängerfest

(c) Michael Ritter

In den baltischen Staaten ist Singen mehr als nur Kunst – es ist Ausdruck nationaler Identität und politisches Statement. Die Tradition der Sängerfeste reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, als die ersten nationalen Erweckungsbewegungen entstanden. In Lettland fand das erste allgemeine Sängerfest 1873 in Riga statt, und seither wird diese Tradition alle fünf Jahre fortgeführt und wer einmal die Möglichkeit hat es zu erleben, sollte diese Chance nutzen.

Aber auch die anderen lettischen Sängerfeste, die Tausende von Chorsängern versammeln, sind mehr als kulturelle Veranstaltungen – sie sind Demonstrationen nationaler Einheit. Während der durch den Hitler-Stalin-Pakt besiegelten sowjetischen Besatzung wurden diese Feste zu subtilen Formen des Widerstands. Lieder über die lettische Landschaft, die Geschichte und die Sprache bewahrten das nationale Bewusstsein, auch wenn politische Freiheit verwehrt blieb.

Die singende Revolution von 1987 bis 1991 demonstrierte die Macht dieser Tradition eindrucksvoll. Als die baltischen Völker für ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion kämpften, waren es nicht Gewehre, sondern Lieder, die ihre Hauptwaffe wurden. Hunderttausende Menschen versammelten sich auf Festplätzen, hielten sich an den Händen und sangen verbotene patriotische Lieder. Der "Baltische Weg" von 1989, bei dem zwei Millionen Menschen eine 600 Kilometer lange Menschenkette von Tallinn über Riga nach Vilnius bildeten, wurde von Gesang begleitet.

Das Repertoire umfasst traditionelle Volkslieder, sakrale Musik und moderne Kompositionen. Die mehrstimmigen A-cappella-Gesänge, oft mit komplexen harmonischen Strukturen, sind charakteristisch für die baltische Chortradition.

Diese Lieder erzählen von der Natur, der Arbeit auf dem Lande, von Liebe und Verlust, aber auch von der Sehnsucht nach Freiheit.

Am Abend geht es dann nach ausgiebigen Besichtigungen zurück an Bord, wo wir uns den künstlerischen Highlights widmen. Die Kunstsammlung auf der Mein Schiff 4 folgt einem durchdachten Konzept, das Kunst als integralen Bestandteil des Wohlfühlerlebnisses versteht. Auf allen Decks des Schiffes – in den Restaurants, dem SPA, den Treppenhäusern oder auf dem Pooldeck – finden Gäste unterschiedlichste Kunstwerke. Dabei erstreckt sich die Vielfalt der Sammlung von Malerei und Skulpturen über Installationen, Fotografie und Videos bis hin zu Graffitis und Posterdrucken.

An Bord sind sowohl bekannte Künstler der jüngeren und mittleren Generation wie Jorinde Voigt, Daniele Buetti, Jacob Gasteiger, Robert Lucander als auch der Graffiti-Künstler DAIM (Mirko Reisser) vertreten. Die Bandbreite reicht von etablierten Namen bis zu weniger bekannten Talenten, was der Sammlung eine besondere Frische und Authentizität verleiht.

Ein Teil der ausgestellten Werke sind exklusive Auftragsarbeiten, die speziell für die Mein Schiff 4 geschaffen wurden. Ein anderer Teil wurde in Galerien oder bei den Künstlern selbst ausgewählt und erworben. Diese Mischung aus speziellen Werken für das Schiff und kuratierten Ankäufen verleiht der Sammlung Tiefe und Zusammenhalt.







Mark Mosers Sea Pink

(c) Michael Ritter

Künstlerische Highlights an Bord

Kunst an Bord

(c) Michael Ritter

Zu den besonderen Highlights der Kunstsammlung gehören mehrere Werke, die sich durch ihre Präsenz und Originalität auszeichnen. Auf unterschiedlichen Decks finden sich die charakteristischen Holzfiguren von Jonas Kötz, einem Kinderbuchautor, Illustrator und Bildhauer. Seine Skulpturen mit den dicken Bäuchen und den ausdrucksstarken Augen sind unverkennbar und vermitteln eine spielerische, zugängliche Ästhetik.

Am Haupteingang des Restaurants Atlantik – Klassik auf Deck 3 sind die beeindruckenden Bleistiftskulpturen von Tieren und Pflanzen der bekannten US-Künstlerin Jennifer Maestre zu bewundern. Maestre hat eine einzigartige Technik entwickelt, bei der sie aus farbigen Bleistiften komplexe, organische Formen schafft, die an Seeigel und andere Meereslebewesen erinnern. Diese Werke schaffen eine faszinierende Verbindung zwischen Material, Form und maritimem Kontext.

Im Achterntreppenhaus erstreckt sich über insgesamt 13 Decks die beeindruckende Fotoserie "Free Falling" der norwegischen Fotografin Marianne Lind. Die großformatigen Fotografien zeigen Silhouetten von jugendlichen Turmspringern – sowohl in der Luft schwebend als auch beim Warten auf den Sprung.

Diese vertikale Installation nutzt die architektonische Besonderheit des Treppenhauses optimal aus und schafft eine dynamische, fast filmähnlich Erfahrung, wenn Passagiere die Treppen hinauf- oder hinabsteigen.

Ein absolutes Highlight und beliebtes Fotomotiv ist die überdimensionale rosarote Sonnenbrille "Sea Pink" auf Deck 15. Der Bildhauer Marc Moser setzt den Passagieren der Mein Schiff 4 mit diesem Werk buchstäblich die "rosarote Brille" auf. Die Installation ist nicht nur ein kunstvolles Statement, sondern lädt auch zur Interaktion ein – sie ist einer der beliebtesten Orte an Bord für Selfies und Erinnerungsfotos.

Im Klanghaus auf Deck 4 sind die einzigartigen Zeichnungen von Jorinde Voigt zu bewundern. Voigt, eine der renommiertesten zeitgenössischen deutschen Künstlerinnen, ist bekannt für ihre komplexen, an musikalische Notation erinnernden Zeichnungen, die Bewegung, Zeit und Raum visualisieren. Ihre Werke fügen sich perfekt in die kontemplative Atmosphäre des Klanghauses ein, wo klassische Musik in einzigartiger Akustik erlebt werden kann.

Domberg von Tallin

(c) Michael Ritter

Tallinn - Mittelalterliches Juwel

Marktplatz von Tallin

(c) Michael Ritter

Am nächsten Morgen biegen wir nach Osten in den relativ flachen Finnischen Meerbusen ein und erreichen dort die estnische Hauptstadt Tallinn, das einstige Reval. Der heutige Name stammt von den einstigen Eroberern aus Dänemark her und kann als Dänische Burg interpretiert werden. Einst konnte man direkt am Kai mit einem Gasballon 120 Meter vom Stahlseil gesichert in die Höhe steigen und hatte so einen einzigartigen Ausblick über den Hafen und auf die Altstadt. Leider wurde dieses Highlight bald eingestellt.

Die Halbmillionenstadt präsentiert sich als perfekt erhaltenes mittelalterliches Gesamtkunstwerk. Die hübsche Altstadt mit ihren Wehrtürmen, Kirchen und Kaufmannshäusern scheint die Zeit überdauert zu haben. Doch hinter den historischen Mauern pulsiert eine moderne, innovative Stadt, die besonders durch ihre Gastronomie von sich reden macht.

Fischauswahl auf dem Markt in Riga

(c) Michael Ritter

Estnische Küche - Tradition und Innovation

Eingelegte Gurken

(c) Michael Ritter

Die estnische Gastronomie erlebt seit der Unabhängigkeit eine bemerkenswerte Renaissance. Was einst als einfache, bodenständige Bauernküche galt, hat sich zu einer raffinierten kulinarischen Bewegung entwickelt, die lokale Zutaten, traditionelle Rezepte und moderne Kochtechniken verbindet.

Das Restaurant "Ö" im Herzen der Altstadt gilt als Vorreiter dieser "New Nordic Cuisine" im baltischen Raum. Chefkoch Ranno Paukson kreiert Gerichte, die estnische Identität auf dem Teller sichtbar machen. Wildkräuter aus estnischen Wäldern, Fisch aus den klaren Gewässern, Pilze, Beeren und Wurzelgemüse werden zu kunstvollen Kompositionen arrangiert. Ein typisches Degustationsmenü könnte mit gebeiztem Rentier beginnen, über fermentierten Kohl und Schwarzbrot-Eis zu gegrilltem Hecht mit Sanddorn-Emulsion führen.

Die estnische Küche ist geprägt von den langen, dunklen Wintern und den kurzen, intensiven Sommern. Traditionell wurden Lebensmittel eingelegt, geräuchert, gesalzen und fermentiert, um die kargen Monate zu überstehen. Diese Konservierungstechniken erleben heute eine Wiederentdeckung – nicht aus Notwendigkeit, sondern bewusste Geschmacksentscheidung.

Schwarzbrot, besonders das süßlich-malzige Roggenbrot, ist ein Grundnahrungsmittel und Nationalstolz zugleich. In vielen Restaurants wird eigenes Sauerteigbrot gebacken, manchmal mit ungewöhnlichen Zusätzen wie getrockneten Pilzen oder Birkensaft.

Die estnische Variante des Sauerkrauts, oft mit Wacholderbeeren gewürzt, begleitet viele Gerichte.

Der Markt Balti Jaam, der baltische Bahnhofsmarkt, bietet wie auch der Markt von Riga authentische Einblicke in die baltische Esskultur. Da stapeln sich hausgemachte Wurstwaren, eingelegte Gurken in allen Variationen, frisch geräucherter Fisch und selbstgebackene Piroggen. Besonders empfehlenswert ist die "Kama", eine traditionelle Mischung aus gerösteten und gemahlenen Getreide- und Hülsenfrüchten, die mit Buttermilch zu einem nahrhaften Brei angerührt wird.

Die estnische Craft-Beer-Szene ergänzt die kulinarische Landschaft perfekt. Kleine Brauereien experimentieren mit lokalen Zutaten fernab vom deutschen Reinheitsgebot – Birkenblätter, Wacholder, Seetang und wilde Beeren finden den Weg ins Bier. Das "Põhjala Brewery" in einem ehemaligen Industriegebiet hat sich international einen Namen gemacht.

Nicht zu vergessen ist die Kaffeekultur. Tallinn hat eine überraschend lebendige Café-Szene mit skandinavischem Einschlag. Die "Third Wave Coffee"-Bewegung hat hier früh Fuß gefasst, und in den kleinen Röstereien wird Kaffee mit derselben Sorgfalt behandelt wie Wein.

Baltische Chortradition

(c) Michael Ritter

Estnische Gesangskultur

Auch Estland pflegt die Tradition der Sängerfeste intensiv. Beim estnischen Sängerfest, das alle fünf Jahre auf dem Sängerfeld in Tallinn stattfindet, versammeln sich bis zu 30.000 Sänger und 100.000 Zuschauer. Die Konzerte, bei denen Zehntausende synchron singen, sind von überwältigender emotionaler Kraft.

Ein besonderer Moment der estnischen Geschichte ist untrennbar mit einem Lied verbunden: "Mu isamaa on minu arm" (Mein Vaterland ist meine Liebe). Es wurde 1988 zum Symbol der Unabhängigkeitsbewegung. Hunderttausende stimmten dieses Lied auf dem Sängerfeld an und schnell war klar, dass keine Macht der Welt den Freiheitswillen der Esten brechen konnte.

Holzfigur von Jonas Kötz

(c) Michael Ritter

Die Herausforderungen maritimer Kunstkuration

Pinguin am Ausguck

(c) Michael Ritter

Die Zusammenstellung einer Kunstsammlung für ein Kreuzfahrtschiff stellt Kuratoren vor besondere Herausforderungen, die Helene Haaland Mustad und ihr Team bei ICArt meistern mussten. Die salzhaltige Luft, Vibrationen, Temperaturschwankungen und die ständige Bewegung des Schiffes erfordern spezielle konservatorische Maßnahmen und eine sorgfältige Auswahl der Materialien.

Alle Kunstwerke auf der Mein Schiff 4 wurden vor ihrer Installation behandelt, um sie gegen maritime Bedingungen zu schützen. Gemälde erhielten spezielle UV-Schutzverglasungen, um Farbveränderungen durch Sonneneinstrahlung zu verhindern. Skulpturen aus wetterempfindlichen Materialien wurden nur in klimatisierten Innenbereichen platziert. Alle Befestigungssysteme wurden nach strengsten Sicherheitsstandards konstruiert, um auch bei schwerem Seegang absolut sicher zu sein.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Berücksichtigung der unterschiedlichen Lichtverhältnisse auf einem Schiff. Während einige Bereiche von natürlichem Licht durchflutet werden, liegen andere in permanenter künstlicher Beleuchtung. ICArt entwickelte für jeden Bereich spezifische Beleuchtungskonzepte, die die Kunstwerke optimal zur Geltung bringen, ohne sie durch zu intensive Bestrahlung zu schädigen.

Bei der Auswahl der Werke musste auch die Langlebigkeit der Materialien berücksichtigt werden. Kunstwerke auf einem Kreuzfahrtschiff sind einer wesentlich höheren mechanischen Belastung ausgesetzt als in einem Museum. Die tägliche Reinigung, der ständige Publikumsverkehr und die Bewegungen des Schiffes erfordern robuste Materialien und solide Verarbeitung.

Kunst an Bord

(c) Michael Ritter

Kunst als Erlebnis: Interaktiv und digital

Zurück an Bord fällt ein innovativer Aspekt der Kunstintegration ins Auge. TUI Cruises hat erkannt, dass die bloße Präsenz von Kunst nicht ausreicht – die Gäste sollten auch die Möglichkeit haben, mehr über die Werke und Künstler zu erfahren. Aus diesem Grund wurde ein innovativer, mobiler Kunst-Guide entwickelt, der über die Mein Schiff WebApp zugänglich ist.

"Wir wollen unsere Gäste dazu animieren, unser 'Kunstschiff' auf eigene Faust zu erkunden", erklärte Wybcke Meier. Die App funktioniert auch im Offline-Modus und ermöglicht es den Gästen, einen individuellen Kunstrundgang über das Schiff zu machen. Zu ausgewählten Werken erhalten sie Hintergrundinformationen über die Künstler, die Entstehungsgeschichte und kunsthistorische Kontexte.

Dieser Ansatz macht die Kunstsammlung zu einer bildenden Erfahrung und spricht besonders Gäste an, die sich intensiver mit den Werken auseinandersetzen möchten. Gleichzeitig bleibt die Kunst für diejenigen, die einfach nur die ästhetische Erfahrung genießen möchten, ohne Zwang zugänglich.

Isaakskathedrale und Newa

(c) Michael Ritter

Sankt Petersburg - Venedig des Nordens

Wegen des Kriegs in der Ukraine haben die Veranstalter inzwischen Besuche in Russland aus den Programmen gestrichen und bieten stattdessen Alternativen wie die finnische Hauptstadt Helsinki an, doch dürfte in absehbarer Zeit auch Sankt Petersburg wieder eines der Top-Höhepunkte der Ostseekreuzfahrt sein. Peter der Große hatte die Stadt 1703 als "Fenster nach Europa" gegründet und es ist schade, dass durch die Politik Russlands der imperiale Pomp, die prachtvollen Paläste, weitläufigen Plätze, Museen und berühmten Wasserstraßen, die das Stadtbild prägen, nicht mehr zur Disposition stehen, denn die dort versammelte Kunst ist eine gute Ergänzung zur Sammlung der Kunst an Bord.

Sommerhäuser in den Schären Stockholms

(c) Michael Ritter

Stockholm- Skandinavische Eleganz

Zurück an Bord begeben wir uns auf die Seereise nach Schweden. Zeit, um erneut über das Sammlungskonzept an Bord nachzudenken und dessen wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung, denn die umfangreiche Kunstsammlung auf der Mein Schiff 4 ist nicht nur ästhetischer Luxus, sondern auch ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. In der hart umkämpften Kreuzfahrtbranche suchen Reedereien nach Alleinstellungsmerkmalen, die über Routenangebote und Bordservice hinausgehen. Die Positionierung als "Wohlfühlschiff" mit umfassender Kunstintegration spricht eine kulturell interessierte, zahlungskräftige Zielgruppe an.

TUI Cruises hat erkannt, dass Kunst ein wesentlicher Bestandteil des Gesamterlebnisses ist. Das Unternehmen bewirbt die Kunstsammlung aktiv in seinen Marketingmaterialien und bei der Markenkommunikation. Die Investition in hochwertige Kunst zahlt sich durch Kundenbindung, positive Mundpropaganda und Presseberichterstattung aus.

Kulturell gesehen leistet die Mein Schiff 4 einen wichtigen Beitrag zur Demokratisierung von Kunst.

Während der Zugang zu bedeutenden Kunstsammlungen oft auf Großstädte und spezielle Kulturinstitutionen beschränkt ist, bringt die Mein Schiff 4 hochwertige zeitgenössische Kunst zu Menschen, die möglicherweise sonst wenig Berührungspunkte damit hätten. Die Kunstwerke sind frei zugänglich, es gibt keine Eintrittspreise oder Öffnungszeiten – Kunst wird zum selbstverständlichen Teil des Alltags an Bord.

"Wir zeigen an Bord unserer Schiffe, dass Kunst nicht elitär sein muss", betonte Wybcke Meier. "Ziel ist es, den begrenzten Raum auf dem Schiff bis in jede kleine Ecke besonders schön zu gestalten." Dieser Ansatz spiegelt sich in der gesamten Gestaltungsphilosophie wider: Vom kleinen Bild in der Kabine über Installationen in den Restaurants oder den Gängen bis hin zu Skulpturen am Pool sind die Kunstwerke niemals aufdringlich, aber immer eindringlich.

Stockholm

(c) Michael Ritter

Die Zusammenarbeit zwischen ICArt und TUI Cruises

Kunst an Bord

(c) Michael Ritter

Die erfolgreiche Kunstintegration auf der Mein Schiff 4 ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen ICArt und TUI Cruises. ICArt brachte die kunsthistorische Expertise und die Kontakte zur internationalen Künstlerszene ein, während TUI Cruises das Verständnis für die Bedürfnisse und Erwartungen der deutschsprachigen Gäste beisteuerte.

Diese Partnerschaft hat sich bewährt: ICArt arbeitete auch an der Neugestaltung der „Pioniere“ der Mein Schiff Flotte und an den nachfolgenden Schiffen mit. Für die Mein Schiff 1 und die Mein Schiff 2 platzierte ICArt 2018 und 2019 jeweils über 150 einzigartige Kunstwerke in den öffentlichen Bereich. Dabei arbeitete das Unternehmen mit vielen Künstlern zusammen, wie Mariko Kusumoto und Anna Masters, die fein detaillierte und delikate Arbeiten beitrugen, sowie Clemens Behr und Niels Buschke, die großformatige, ortsspezifische Installationen über mehrere Decks hinweg schufen.

Citytour per Boot in Stockholm

(c) Michael Ritter

Angekommen in Stockholm

Nach der Überquerung der Ostsee ist schon die Fahrt mit dem Schiff durch den Schärengarten, der die schwedische Hauptstadt von der Ostsee trennt, ein Erlebnis und viele Gäste wünschen sich, sie hätten ein ähnlich schönes Ferienhaus an dem baumgeschmückten Ufern. Stockholm selbst verteilt auf 14 Inseln zwischen Ostsee und Mälaren-See. Die Stadt empfängt ihre Besucher mit einer Mischung aus historischem Charme und skandinavischer Moderne. Stockholm ist mit knapp einer Million Einwohnern nicht nur politisches und kulturelles Zentrum Schwedens, sondern auch größte Stadt Skandinaviens und ein Ort, der seine Geschichte mit Stolz präsentiert.

Das ABBA-Museum - Hommage an die Popikonen

Die Anlegestelle Vikingsterminalen liegt unweit des Zentrums und mit den Booten, die Einheimische und Gäste schnell über das Wasser bringen ist man innerhalb von wenigen Minuten beim ABBA-Museum auf der Insel Djurgården. Es ist weit mehr als eine Sammlung von Erinnerungsstücken und einer der Besuchermagnete der Stadt. Die interaktive Erlebniswelt zollt dem internationalen Erfolg der schwedischen Popgruppe Tribut. ABBA – Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid – revolutionierten die Popmusik der 1970er Jahre und machten Schweden zur Supermacht der Unterhaltungsindustrie.

Die Ausstellung dokumentiert den kometenhaften Aufstieg der Gruppe, angefangen mit dem Sieg beim Eurovision Song Contest 1974 mit "Waterloo". Originaloutfits – die glitzernden, oft gewagten Bühnenkostüme, die zum Markenzeichen wurden – sind ausgestellt. Die Plattformschuhe, Schlaghosen und schillernden Capes verkörpern den Geist der Ära.

Besucher können auf virtuellen Bühnen mit den Hologrammen der Bandmitglieder performen, im nachgebauten Studio Aufnahmen machen oder im "Polar Studio", dem legendären Aufnahmestudio der Band, die Entstehung der Hits nachvollziehen. Ein besonderes Highlight ist der Raum mit Goldenen Schallplatten aus aller Welt – ABBA verkauften über 400 Millionen Tonträger.

Das Museum ehrt auch die bleibende kulturelle Bedeutung ABBAs. Das Musical "Mamma Mia!" und seine Verfilmungen führten zu einer Renaissance der Band. Die Musik, geprägt von eingängigen Melodien, mehrstimmigen Harmonien und einer gewissen Melancholie, überschreitet Generationen und Grenzen.

Absolut Kunstmuseum

(c) Michael Ritter

Das Absolut Art Museum - Wo Werbung zur Kunst wird

Dur ein paar Meter weiter ist das Absolut Art Museum eine einzigartige Institution, die die Verschmelzung von kommerzieller Werbung und zeitgenössischer Kunst zelebriert. Die Sammlung dokumentiert eine der erfolgreichsten und kreativsten Marketingkampagnen der Geschichte – die Absolut Art Collection.

Die Geschichte beginnt 1985, als Andy Warhol als erster Künstler die ikonische Absolut-Flasche künstlerisch interpretierte. Sein Werk "Absolut Warhol" wurde zum Startschuss einer bis heute andauernden Zusammenarbeit zwischen der Marke und der Kunstwelt. Was als Werbekampagne begann, entwickelte sich zu einem bedeutenden Kulturprojekt, das über 850 Künstler aus aller Welt umfasst.

Das Museum beherbergt eine beeindruckende Sammlung von Werken internationaler Künstler. Keith Haring schuf seine charakteristischen tanzenden Figuren um die Flasche herum. Damien Hirst, bekannt für seine provokanten Arbeiten, gestaltete die Flasche in seinem unverwechselbaren Stil. Ed Ruscha, Kenny Scharf und andere zeitgenössische Künstler trugen zur Sammlung bei.

Besonders faszinierend ist die Vielfalt der künstlerischen Ansätze. Manche Künstler arbeiteten mit Malerei, andere mit Fotografie, Skulptur oder digitalen Medien. Die Flasche wurde in Eis gegossen, aus Kristallen geformt, in surreale Landschaften integriert oder vollständig abstrahiert. Jedes Werk reflektiert die individuelle Handschrift des Künstlers und gleichzeitig die minimalistische Eleganz des schwedischen Designs.

Die Sammlung dokumentiert auch gesellschaftliche Entwicklungen. Werke thematisieren LGBTQ-Rechte, Umweltschutz, politische Ereignisse und kulturelle Bewegungen. Die Absolut Art Collection wurde so zum Spiegel ihrer Zeit und zeigt, wie kommerzielle Kunst gesellschaftliche Diskurse aufgreifen und beeinflussen kann.

Das Museum stellt auch die Frage: Wann wird Werbung zur Kunst? Die Grenzen zwischen kommerzieller Kreativität und künstlerischem Ausdruck verschwimmen in dieser Sammlung. Die Absolut-Kampagne beweist, dass Marketing und Kunst sich nicht ausschließen müssen, sondern sich gegenseitig bereichern können.

Im Vasa-Museum Stockholm

Das Vasa-Museum - Zeitkapsel aus dem 17. Jahrhund

Detail der Vasa

(c) Michael Ritter

Ein weiterer Katzensprung bringt uns ins Vasa-Museum, das aus gutem Grund meistbesuchte Museum Skandinaviens. Im Zentrum steht das königliche Kriegsschiff Vasa, das 1628 auf seiner Jungfernfahrt sank und 333 Jahre später geborgen wurde.

Die Geschichte der Vasa ist eine Geschichte von Größenwahn und Tragödie. König Gustav II. Adolf beauftragte den Bau des Schiffes als Symbol schwedischer Macht während des Dreißigjährigen Krieges. Die Vasa sollte das größte und prächtigste Kriegsschiff der Welt werden – 69 Meter lang, reich verziert mit über 700 Skulpturen und Ornamenten, bewaffnet mit 64 Kanonen.

Am 10. August 1628 stach die Vasa im Stockholmer Hafen in See. Tausende säumten die Ufer, um das stolze Schiff zu bewundern. Doch kaum hatte die Vasa den Hafen verlassen, erfasste eine Böe das Schiff. Es legte sich auf die Seite, Wasser strömte durch offene Kanonenpforten und binnen Minuten sank die Vasa in eine Tiefe von 32 Metern. Etwa 30 Menschen starben.

Grund war ein Konstruktionsfehler, der das Schiff mit seinem hohen Schwerpunkt zu kopflastig machte. Dadurch war die Stabilität nicht gegeben, da Ästhetik und Repräsentation hatten über maritime Vernunft gesiegt hatten. Statt einer Demonstration von Schwedens Größe wurde es zum nationalen Desaster.

Für über drei Jahrhunderte lag die Vasa im Schlamm des Stockholmer Hafens. Das kalte, brackige Wasser mit geringem Sauerstoffgehalt ermöglichte die außergewöhnliche Konservierung.

Nachdem 1956 der Amateurarchäologe Anders Franzén das Wrack wiederentdeckte wurde dessen 191 abgeschlossene Bergung zu einem technischen Meisterwerk, bei dem das Schiff vorsichtig gehoben und in ein speziell errichtetes Dock gebracht wurde.

Die Konservierung dauerte Jahrzehnte. Das Holz wurde mit Polyethylenglykol getränkt, um es zu stabilisieren. Tausende Einzelteile wurden katalogisiert und, wo möglich, wieder am Schiff befestigt. Das Ergebnis ist verblüffend: Die Vasa ist zu 95 Prozent original erhalten – weltweit das einzige Schiff dieser Größe aus dem 17. Jahrhundert.

Das Museum wurde dann um das Schiff herum gebaut und ermöglicht eine Betrachtung aus verschiedenen Perspektiven und Ebenen. Man kann das Schiff von oben, von der Seite und sogar von unten betrachten. Die kunstvollen Schnitzereien – Löwen, biblische Figuren, mythologische Wesen – sind in erstaunlichem Detailreichtum erhalten. Originale Alltagsgegenstände der Besatzung – Kleidung, Essgeschirr, Werkzeuge, sogar das Skelett des Schiffskochs mit seinen Utensilien – bieten einen intimen Einblick in das Leben an Bord im 17. Jahrhundert.

Die Vasa ist mehr als ein Schiff – sie ist eine Zeitkapsel, die uns mit unvergleichlicher Genauigkeit zeigt, wie die Menschen jener Epoche lebten, arbeiteten und träumten. Die Geschichte ihres Untergangs und ihrer Wiederauferstehung fasziniert bis heute.

Haus an der Schärenküste

(c) Michael Ritter

Weitere Stockholmer Schätze

Einen erstklassigen Überblick über die Kunst Skandinaviens und darüber hinaus bietet neben dem Mein Schiff 4 auch das Moderna Museet auf der gegenüberliegenden kleinen Insel. Doch Stockholm bietet noch zahlreiche weitere Attraktionen. Die Altstadt Gamla Stan mit ihren ockerfarbenen Häusern und engen Gassen versprüht mittelalterlichen Charme. Das Königliche Schloss, das Rathaus mit dem berühmten Blauen Saal, wo das Nobelpreis-Bankett stattfindet, und das moderne Stadtviertel Hammarby Sjöstad zeigen die verschiedenen Facetten der Stadt. Über die Geschichte der Nobelpreise informiert ein eigenes Museum neben dem königlichen Schloss, einem Ziel für Royalisten.

Die schwedische Designtradition ist allgegenwärtig – von den minimalistischen Möbeln bis zur funktionalen Mode. Die Verbindung von Ästhetik und Praktikabilität, die charakteristisch für skandinavisches Design ist, prägt das gesamte Stadtbild.

Die letzte Etappe der Kreuzfahrt dauert etwas länger und führt zurück durch die offene Ostsee nach Kiel. Die Tage auf See geben Gelegenheit, die Eindrücke der Reise zu verarbeiten.

Erdmännchen beobachten die Badenden

(c) Michael Ritter

Kunst auf den weiteren Schiffen der Flotte

Das Kunstkonzept der Mein Schiff 4 setzte Maßstäbe für die gesamte Flotte. Auf der 2016 in Dienst gestellten Mein Schiff 5 und der ein Jahr später dazugekommenen Mein Schiff 6 hat man erstmals die international renommierte Editionsgalerie LUMAS als Partner mit an Bord geholt. LUMAS entwickelte ein eigens für die Wohlfühlschiffe zugeschnittenes künstlerisches Gesamtkonzept.

Neben bekannten LUMAS Künstlern wie Thomas Zeitlberger, Matthew Cusick, Renaud Delorme, Dieter Blum und Stefan Saalfeld können Passagiere auf diesen Schiffen auch eine Vielzahl weiterer zeitgenössischer Werke entdecken. Auch der kommerzielle Aspekt wurde dabei stärker berücksichtigt, denn die tägliche Auseinandersetzung mit der Fotokunst während der Kreuzfahrt weckt beim ein oder anderen Gast den Wunsch, diese auch im eigenen Heim zu genießen. Dazu lädt die neue LUMAS Bar ein, in deren integrierter Galerie integriert die wurde, in der Gäste die ausgestellten Werke nicht nur bewundern, sondern Kunstwerke aus dem gesamten LUMAS Portfolio auch kaufen können.

Auf der Mein Schiff 6 schuf der Hamburger Street-Art Künstler 1010 eine beeindruckende Installation auf speziellen Kunststoffböden und -wänden am Eingang der TUI Bar auf Deck 4. Der Künstler ist bekannt für seine Murals, die Wänden durch optische Täuschungen mehr Tiefe verleihen. Durch die Überlagerung warmer und kühler Farbabstufungen auf schwarzem Hintergrund erzielt er auf der zweidimensionalen Oberfläche einen dreidimensionalen Effekt.

Ein besonderes Highlight auf der Mein Schiff 6 ist die Hommage an Udo Lindenberg. Der Künstler Zac Freeman setzte dem Panikrocker ein ungewöhnliches Denkmal: Aus verschiedenen Materialien wie original Lindenberg-Socken, einer Krawatte, einer Sonnenbrille und den obligatorischen Zigarren entstand ein Portrait, das die Gäste am Eingang zum Studio auf Deck 4 begrüßt.

Ein wichtiger Aspekt bei der Konzeption der Kunstsammlung ist die Förderung lebender Künstler. ICArt arbeitet bevorzugt mit zeitgenössischen Kunstschaffenden zusammen und sorgt dafür, dass diese fair für ihre Werke entlohnt werden. Dies unterscheidet die Sammlung von vielen traditionellen Kreuzfahrtschiffen, die oft auf Reproduktionen oder historische Werke setzen.

Die Beauftragung von Künstlern für spezifische Installationen schafft nicht nur einzigartige Kunstwerke, sondern unterstützt auch die zeitgenössische Kunstszene. Für viele Künstler bietet die Präsentation ihrer Werke auf einem Kreuzfahrtschiff, das jährlich tausende Gäste transportiert, eine wertvolle Plattform und Sichtbarkeit.

Darüber hinaus werden gezielt auch weniger bekannte oder aufstrebende Künstler gefördert. Diese Mischung aus etablierten Namen und Neuentdeckungen verleiht der Sammlung eine besondere Dynamik und Authentizität. Sie zeigt, dass Kunst nicht nur aus bekannten Meisterwerken besteht, sondern ein lebendiger, sich ständig entwickelnder Prozess ist.

Holzfiguren von Jonas Kötz

(c) Michael Ritter

Die Zukunft der Kunst auf See

Die Mein Schiff 4 und ihre Schwesterschiffe haben Maßstäbe gesetzt, die auch für zukünftige Schiffe der Flotte und der gesamten Kreuzfahrtbranche Bedeutung haben. ICArt arbeitet kontinuierlich an neuen Konzepten für maritime Kunstintegration und beobachtet Entwicklungen in der zeitgenössischen Kunstszene, um diese auf See zu übersetzen.

Eine interessante Entwicklung ist die zunehmende Integration digitaler Kunstformen. Während die Mein Schiff 4 noch hauptsächlich auf traditionelle Medien wie Malerei, Skulptur und Fotografie setzt, experimentieren neuere Projekte mit digitalen Installationen, Videokunst und interaktiven Elementen. Diese erweitern das künstlerische Spektrum und sprechen besonders jüngere, technikaffine Gäste an.

Auch das Thema Kunst und Nachhaltigkeit wird zunehmend wichtiger.

Zukünftige Projekte könnten verstärkt mit Künstlern zusammenarbeiten, die sich in ihrer Arbeit mit Umweltthemen, Meeresschutz und nachhaltigem Tourismus auseinandersetzen. Solche Werke können nicht nur ästhetisch bereichernd sein, sondern auch Bewusstsein für ökologische Fragen schaffen – ein Anliegen, das TUI Cruises mit seiner Umweltstrategie bereits verfolgt.

Und jetzt wieder zurück zu unserer Reise, denn natürlich darf man die Traumroute durch die Baltische See nicht geringschätzen. Von den Wanderdünen der Kurischen Nehrung über die Jugendstil-Pracht Rigas, die kulinarischen Entdeckungen in Tallinn, die schwere Geschichte und die unermesslichen Kunstschätze Sankt Petersburgs bis zu den vielfältigen Museen Stockholms – bietet jede Station der Reise dem Gast einzigartige Erlebnisse.

Markanter Kristallleuchter im Atlantic Restaurant

(c) Michael Ritter

Mehr als eine angenehme Schiffsreise

Die singende Tradition der baltischen Völker, die in Zeiten der Unterdrückung Hoffnung bewahrte und letztlich zur Freiheit führte, zeugt von der Kraft der Kultur. Die architektonischen Meisterwerke, von mittelalterlichen Hansestädten bis zu avantgardistischen Jugendstilbauten, erzählen von Epochen des Wohlstands und der Kreativität. Die Museen bewahren Schätze und Geschichten, die uns mit der Vergangenheit verbinden.

Eine Ostseekreuzfahrt ist mehr als eine angenehme Seereise. Sie ist eine Begegnung mit europäischer Geschichte in all ihren Facetten – glorreich und tragisch, künstlerisch und alltäglich, großartig und demütigend. Sie führt zu Orten, an denen sich Schicksale entschieden, Kulturen blühten und Menschen trotz aller Widrigkeiten Schönheit schufen und bewahrten.

Wenn die Mein Schiff 4 wieder in Kiel einläuft, blickt man nach rund 10 Tagen zurück auf eine Reise, die fast für alle Teilnehmer den Horizont erweitert hat – geografisch, kulturell und menschlich, denn die Ostsee verbindet nicht nur Häfen, sondern auch Geschichten, Traditionen und Menschen. Diese Erkenntnis ist vielleicht der kostbarste Schatz, den man von dieser Reise mit nach Hause nimmt.

© Michael Ritter

Kaviarauswahl in der XLounge

(c) Michael Ritter

Helsinki - Die charmante weiße Stadt

Von Tallin ist es mit 80 Kilometern nur ein KatzenspriungHelsinki, die charmante Hauptstadt Finnlands, ist ein beliebter Anlaufhafen für Ostsee-Kreuzfahrten. Die kompakte Innenstadt lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden, und viele Sehenswürdigkeiten liegen nur wenige Gehminuten vom Hafen entfernt.
Der Dom von Helsinki thront majestätisch über dem Senatsplatz und ist das Wahrzeichen der Stadt. Die strahlend weiße lutherische Kathedrale mit ihren grünen Kuppeln bietet einen atemberaubenden Anblick und ist von innen ebenso beeindruckend wie von außen.
Direkt am Hafen wartet der Marktplatz (Kauppatori) mit finnischen Spezialitäten, Handwerkskunst und frischem Fisch. Hier sollte man unbedingt eine Zimtschnecke oder eine Rentierwurst probieren. Die bunten Marktstände und das maritime Flair machen diesen Ort zum perfekten Einstieg in die Stadt.
Die Uspenski-Kathedrale, die größte orthodoxe Kirche Westeuropas, beeindruckt mit ihren roten Backsteinfassaden und goldenen Zwiebeltürmen. Sie liegt auf der Halbinsel Katajanokka und bietet einen wunderbaren Blick über den Hafen.
Ein absolutes Muss ist die Felsenkirche (Temppeliaukio), die direkt in den Felsen gesprengt wurde. Die außergewöhnliche Architektur und die besondere Akustik machen sie zu einem unvergesslichen Erlebnis. Allerdings liegt sie etwa 20 Minuten Fußweg vom Zentrum entfernt – eine Straßenbahnfahrt lohnt sich.
Für Design-Liebhaber ist das Design District mit seinen Boutiquen, Galerien und dem berühmten Designmuseum Arabia ein Paradies. Finnisches Design vereint Funktionalität mit nordischer Ästhetik auf einzigartige Weise.
Die meisten Sehenswürdigkeiten lassen sich bequem in einem 4-6-stündigen Landgang erkunden. Helsinki empfängt Kreuzfahrt-Gäste mit nordischem Charme, faszinierender Architektur und einer entspannten Atmosphäre.

Während der Zugang zu bedeutenden Kunstsammlungen oft auf Großstädte und spezielle Kulturinstitutionen beschränkt ist, bringt die Mein Schiff 4 hochwertige zeitgenössische Kunst zu Menschen, die möglicherweise sonst wenig Berührungspunkte damit hätten. Die Kunstwerke sind frei zugänglich, es gibt keine Eintrittspreise oder Öffnungszeiten – Kunst wird zum selbstverständlichen Teil des Alltags an Bord.

"Wir zeigen an Bord unserer Schiffe, dass Kunst nicht elitär sein muss", betonte Wybcke Meier. "Ziel ist es, den begrenzten Raum auf dem Schiff bis in jede kleine Ecke besonders schön zu gestalten." Dieser Ansatz spiegelt sich in der gesamten Gestaltungsphilosophie wider: Vom kleinen Bild in der Kabine über Installationen in den Restaurants oder den Gängen bis hin zu Skulpturen am Pool sind die Kunstwerke niemals aufdringlich, aber immer eindringlich.

(c) Connaisseur & Gourmet 2026