Gute Restaurants rund um den Erdball

Cafe Confiserie Mangold in Bad Lauterberg

Café Mangold

(c) Michael Ritter

Cornelia und Florian Mangold

(c) Michael Ritter

Das Café im Herzen von Bad Lauterberg ist am Nachmittag gut gefüllt mit Besuchern. Schon im Eingang, der durch den kleinen Laden füllt, duftet es nach frisch gebackenem Brot. Sehr gut gefallen hat uns, dass man dort nicht riesige Brote anbietet, von denen oft mehr als der Knust nicht auf dem Esstisch landet, sondern sich gern auf 500 Gramm-Brote begrenzt. Neben dem Brot und sein Gefährden ist es aber auch die zart schmelzende Schokolade und leckere Patisserie, welche Einheimische, Kurgäste und Touristen in das gemütliche Café ziehen.

Für Einheimische ist mit dem Besuch des Café Mangold in Bad Lauterberg auch ein Stück Harzer Geschichte verbunden, denn diese wird hier seit mehr als einem Vierteljahrhundert mit Herz und Leidenschaft gepflegt. Dabei sind die Wurzeln noch älter und reichen zurück ins ausgehende 19. Jahrhundert, als dort die erste Konditorei entstand, die dann von Generation auf Generation weitergegeben wurde. 1965 war damit Schluss und die Konditorei bekam mit den Eltern von Cornelia Mangold, neue Besitzer, die das Unternehmen als „Konditorei Tschersich“ weiterführten. Auch Cornelia lernte das Handwerk, verliebte sich auf Ihren Lehr- und Wanderjahren in ihren Kollegen Florian, einen Bayern, heirate ihn und führt seit Anfang des neuen Jahrtausends den Betrieb als "Café Mangold“ - so heißt Florian mit Familiennamen - weiter. Da beide die Ausbildung mit dem Meisterbrief abschlossen, sind sie ganz stolz darauf und nennen sich "2-Meister-Conditorei".

Zwischenzeitlich haben sie die Arbeit im Betrieb aufgeteilt. Florian ist für das Handwerkliche zuständig und Conny übernimmt die durch zahllose Behördenauflagen ausufernde Bürokratie. So wurde das Café Mangold weit über die Grenzen des kleinen Kurorts als ein Ort des Genusses, der Begegnung und der regionalen Kulturpflege. Das Angebot ist vielfältig: von der kunstvoll dekorierten Hochzeitstorte über feinste Pralinen, hausgemachtes Eis. Alles was man im Laden dem benachbarten Cult-Fashioncafé an frischen Produkten angeboten bekommt, wird mit Liebe zum Handwerk direkt vor Ort hergestellt. Auch die sonst in der Gastronomie so gerne hochgehaltene Saisonalität ist im Angebot deutlich erkennbar, wobei einige Klassiker natürlich ganzjährig angeboten werden, aber natürlich bringt Florian Mangold auch gerne frische bayrische Leckereien auf den Tisch oder lockt die Gäste mit köstlichem selbstgemachten.

Für Regionalität steht beispielsweise das klassische Harzer Frühstück, aber auch etwas Leichtes oder Herzhaftes wie Eier mit Speck läuten dort den Tag ein. Gerne kehren Einheimische und Gäste, die in der Region ihren Urlaub verbringen dort nach einer Wanderung ein und finden leicht das, was sie suchen: sie es etwas Süßes- wie ein Stück Harzer Brockensplittertorte - oder etwas Herzhaftes - wie die Harzer Brotzeit - die Karte ist auf die unterschiedlichen Geschmäcker ausgerichtet.

Wie viele Bäcker und Konditoren auf dem Land kämpfen Conny und Florian Mangold auch in Bad Lauterberg gegen den Fachkräftemangel. Man hat sich deshalb in der Welt umgeschaut und bei unserem Besuch in der Backstube trafen wir dort einen jungen Azubi, den Mangold aus Nepal in den Harz geholt hat. Dort sind sie Berge zwar nicht so hoch wie in seiner Heimat, aber er kann viel Neues lernen und erfahren und durch die nahe Universitätsstadt Göttingen, die schon seit Generationen auch einige Nepalesen anzieht, ist der Kontakt zu Menschen aus seiner Heimat sichergestellt.

Einem der größten Probleme der Bäcker - die steigenden Energiekosten - ist man schon frühzeitig durch den Bau einer eigenen Photovoltaikanlage entgegengetreten, die einen großen Teil des benötigten Stroms erzeugt. Moderne Speichertechnologie unterstützt die Effizienz ebenso wie konsequente LED-Beleuchtung. Auch durch regionale Lieferanten setzt man auf Nachhaltigkeit. Selbstverständlich finden sich auch andere Produkte aus dem Harz, die der Likör Schierker Feuerstein, den man in der Konditorei auch zu Fruchtaufstrich und Trüffel verarbeitet, im Angebot. wie Koithahn für Wurstwaren oder Bio-Eier vom Landhof gehören ebenso dazu wie die Zertifizierung für typische Harz-Produkte wie die beliebten Schierker-Feuerstein-Trüffel. Gleich vier dürfen das Label „Typisch Harz“ tragen und hat eine in der Region oder dem Ort verwurzelte Entstehungsgeschichte. Wie der Bad Lauterberger Lehm, eine Praline aus Nüssen, Mandeln, Krokant, in Rum eingelegte Rosinen und Zartbitterschokolade, der nach einem Familienrezept der Gründerfamilie aus dem Jahre 1894 hergestellt wird.

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Harzer Baumsplittertorte

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