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Utry.me - der Online-Probiermarkt

Utry-me-CEO Andre Moll

(c) Utry.me

Sie probieren gerne mal etwas Neues aus? Dann könnte Utry.me genau das Richtige für Sie sein. Hinter dem Namen, den man mit „Du testest mich“ übersetzen kann, verbirgt sich ein Online-Probiermarkt ohne Preise. André Moll und Tobias Neuburger, die den Markt vor zweieinhalb Jahren in München gegründet haben, stellen auf ihrer Plattform rund 100 bis 150 immer wieder wechselnde Produkte an. Bevor man allerdings sieht, was man einkaufen kann, muss man sich erst einmal auf utry.me anmelden. Die Domain ist zwar in Montenegro registriert, aber die dahinter stehende Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist in Bayern eingetragen.

André Moll freut sich derzeit über guten Zulauf, denn in Corona-Zeiten ist das Online-Bestellen beliebter als eh und je. 60.000 Kunden haben sich bereits angemeldet und eine Bestellung aufgegeben. Tendenz: weiter steigend. Im ersten Halbjahr 2021 rechnet Moll damit, dass er die Zahl von 100.000 Usern überschreitet. Bevor diese die Möglichkeit haben, sich im Online-Markt umzusehen, müssen sie erst einmal ihre Daten bei Utry.me abliefern, denn mit dem Erstellen von anonymisierten statistischen Profilen für die Hersteller über Alter, Herkunft, Geschlecht und Käuferfeedback der „Käufer“ verdienen Moll und Neuburger das Geld, um die inzwischen 25 Mitarbeiter zu bezahlen.

Doch was darf man unter einem „Online-Probiermarkt ohne Preise“ verstehen? Die von den Herstellern kostenfrei zur Verfügung gestellten Produkte stammen aus den Kategorien Getränke, Lebensmittel, Drogerie, Genuss, Haushalt und Tiernahrung. Manchmal sind es neue Produkte, bei denen der Hersteller testen will, wie sie von den Nutzern angenommen werden, teils sind es auch bereits bekannte Produkte, für die sich der Hersteller eine bessere Bekanntheit und Beliebtheit auf dem Markt wünscht und manchmal sind es Artikel, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum naht.

Die Produkte werden Utry.me kostenlos zur Verfügung gestellt. Ladenhüter, so betont der quirlige Jungunternehmer, kämen bei ihm allerdings nicht in die Regale des ehemaligen Edeka-Supermarkts in Kirchdorf am Inn. Den hat das Unternehmen wegen seiner Lage und der günstigen Pacht auf dem Land angemietet, weil auch die österreichische Post aus dem benachbarten Braunau vorbeikommt, um die Pakete für Kunden aus Österreich abzuholen.

In einer Tabelle bekommen die Kunden die zur Auswahl stehenden Artikel mit Bild, kurzer Vorstellung und der Menge präsentiert, können über einen Link zusätzliche Informationen über Inhaltsstoffe abrufen und sie jeweils nur einmal in den Warenkorb legen. Je nachdem, wie wertig die Artikel sind, kann der Käufer nach und nach seinen Warenkorb zusammenstellen und sieht dabei am Balken oben rechts auf dem Bildschirm, wie viel er noch hineinlegen kann, denn fast immer füllen ihn die Kunden bis zum Anschlag. Wir haben das Ganze einmal durchgespielt und am Ende 16 Artikel im Warenkorb, von diversen Müsliriegeln über einen Smoothie für die Katze, Würstchen, kalifornische Rosinen, Misosuppe, Haarwasser bis hin zu fertigen Bio-Brotmischungen. Die Produkte selbst sind für den Kunden kostenlos, jedoch wird er mit einem fixen Betrag von 24,90 Euro für eine Service- und Versandpauschale zur Kasse gebeten, die man über Paypal oder einen der anderen klassischen Zahlungsmethoden begleichen kann. Schaut man sich den Warenkorb an und überprüft, welchen Preis man dafür klassisch im Handel bezahlt hätte, stellt man meist fest, dass man dann rund 10 bis 15 Euro mehr ausgegeben hätte – plus Versandkosten. Für alle, die also in dem Probiermarkt fündig werden, könnte es eine gute Alternative sein, mal etwas Neues auszuprobieren.

mr

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