Die schönsten Eckchen Deutschlands

Warum in die Ferne schweifen...

Wandern und Genießen im Sauerland

Wanderland Sauerland

(c) Romantik- & Wellness-Hotel Deimann

Schiefer, Strümpfe und Rinderpömmel Wandertour

Wanderland Sauerland

(c) Romantik- & Wellness-Hotel Deimann

Mitten in Deutschland liegt eine oft viel zu wenig beachtete Fereienregion, die Besucher mit ihren Hidden Champions, einer wunderschönen, wanderbaren Landschaft, exzellentem Bier und einer bodenständigen Gastronomie mit ein paar Ausreissern in die Haute Cusine zu überraschen vermag: das Sauerland. Unser Autor Michael Ritter hat die Region gerade besucht, ist zur Quelle der Ruhr und der Lenne gewandert und hat bei Felix Weber, dem 29-jährigen Chefkoch des Gourmet-Restaurants Hofstube im feinen 5-Sterne-Romantik und Wellness-Hotel Deimann, nicht nur gegessen, sondern mit ihm zusammen gekocht.

Golfen im Hochsauerland

(c) Romantik- & Wellness-Hotel Deimann

Das Schieferbergbaumuseum in Holthausen

Mit rasanter Geschwindigkeit sausen die Nadeln herab, greifen dabei verschiedenfarbige Fäden aus den darüber hängenden Spulen auf und stricken daraus innerhalb weniger Minuten einen Strumpf. Die Maschine stammt aus England und ist knapp 70 Jahre alt. Alles ist noch original, bis auf ein kleines Relais, das die Techniker beim Umzug ins Museum angeschraubt hatten, um die Geschwindigkeit zu drosseln und damit den Lärm auf ein für Museumsbesucher verträgliches Maß zu reduzieren. Das einst glänzende Geschäft mit englischer Ingenieurskunst ist schon lange vor dem Brexit eingebrochen. „Leider haben die Briten die Anforderungen der neuen Zeit nicht erkannt, “ erklärt uns ein Techniker von Falke aus dem benachbarten Schmallenberg, wo die Maschine einst zusammen mit Hunderten anderer Strickmaschinen täglich 20.000 Paar hochwertiger Strümpfe strickte. In seiner Freizeit präsentiert er jetzt den Museumsbesuchern die Maschine in Aktion. „Die neuen Maschinen kommen aus Italien. Von der Mechanik hat sich wenig geändert, doch die Italiener waren flinker bei der Digitalisierung.“ So leicht kann es gehen, dass man technisch den Anschluss verpasst. Wie anspruchsvoll die Technik schon damals funktionierte, zeigt er uns anhand der kleinen Schrauben und Hebelchen, mit denen die Bediener die Maschine justieren und so Dicke, Muster und Größe steuern können.

Neben der maschinellen Strickfabrikation, die hier im Jahre 1869 begann, nachdem Franz Kayser die drei Jahre zuvor in den USA erfundene Strickmaschine nach Schmallenberg brachte, sind auch deren Vorläufer im Museum ausgestellt. Die Produktion boomte schnell. Zwar hatte man mehrere Monate gebraucht, um die ohne Betriebsanleitung gelieferte Maschine zu verstehen und zum Laufen zu bringen, doch schon 1870/71 trugen im Deutsch-Französischen Krieg die deutschen Soldaten Jacken und Strümpfe aus Schmallenberg. Die Strickwaren entwickelten sich zur größten und wichtigsten Industrie des Sauerlandes.

Zuvor wurde die heimische Schafwolle in Hausarbeit zu Strickwaren verarbeitet – oft als Zubrot zum kärglichen bäuerlichen Ertrag. "Kiepenkerle" in Holzschuhen trugen die Produkte dann in alle Welt. Sie waren die Handelsreisenden ihrer Zeit, brachten die Produkte ihrer Dörfer in die Städte und versorgten auf dem Rückweg die Bauern im ländlichen Raum mit Salz und anderen Waren. Für den Transport diente die Kiepe, einer Rückentrage aus Korbgeflecht und Holz.

Heute ist die einst blühende Textilfabrikation meist Schnee von gestern. Doch einige Produzenten, wie das 1895 gegründete Familienunternehmen Falke schafften es, der billigen Konkurrenz aus Fernost mit Qualitätsprodukten Paroli zu bieten. Von Falkes gut 3.000 Mitarbeitern arbeitet heute nur noch ein Bruchteil in der Region, doch kontrolliert man von Schmallenberg aus zahlreiche Produktionsstätten weltweit und erweiterte das Geschäft um funktionelle Sportbekleidung.

Auch der andere bestimmende Wirtschaftszweig der Region fand seinen Platz in dem Museum in Holthausen und gab ihm seinen Namen: der Schieferbergbau. Heute sind auch hier die meisten Bergwerke verschwunden, aber im benachbarten Bad Fredeburg wird in einem der größten deutschen Schiefervorkommen weiterhin Schiefer für die Dachbedeckung und die Wand- und Bodengestaltung in Bad, Küche und Wohnzimmer gebrochen.

Der Schieferbergbau hat eine lange Tradition. Seit der Steinzeit ist das Naturprodukt mit der exzellenten Spaltbarkeit beliebt und ist im Sauerland seit jeher das bevorzugte Material für die graublauen Dächer und Wände. Da es von der Gewinnung der Schieferblöcke bis zur feinen Dachplatte ein weiter Weg ist, hat man diesen für die Besucher nachgezeichnet. Auch heute verlangt die fachmännische Verlegung der Dachplatten hohes handwerkliches Können.

Schon beim Gang durch das Dorf fällt der akkurat geschnittene Rasen rund um die liebevoll gepflegten Häuser auf. Holthausen ist eines der beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ alle drei Jahre ausgezeichneten Golddörfer. Ein Bild, dass sich Besuchern des Hochsauerlands öfters bietet. Etliche der kleinen Dörfer hier haben den seit 1961 stattfindenden Wettbewerb gewonnen. Auf zwölf Rund- und Streckenwanderungen können Wanderer die goldigen Sieger kennenlernen und dabei den Blick auf romantische Fachwerkhäuser, blühende Gärten, mondäne Gassen, friedvolle Straßen inmitten einer idyllischen Landschaft wie aus dem Bilderbuch genießen.

Ausflug zur Knollenhütte

(c) Romantik- & Wellness-Hotel Deimann

Wandern auf der Golddorf-Route

Familie Deimann

(c) Romantik- & Wellness-Hotel Deimann

Wir sind auf einer Wanderung entlang der Golddorf-Route entlang der Sorpe nach Holthausen gekommen. Gestartet sind wir an deren Mündung in die Lenne im Schmallenberger Ortsteil Winkhausen. Die knapp 25.000 Einwohner Schmallenbergs verteilen sich auf 83 Ortschaften wie Holthausen und Winkhausen und machen den Ort zu einer der flächengrößten Städte Deutschlands. Unser Wanderführer ist Andreas Deimann, der dort zusammen mit seinem Bruder Jochen das renommierte Romantik & Wellnesshotel Deimann leitet.

Regelmäßig geht Andreas Deimann mit den Gästen seines Hotels auf Tour durch die malerische Landschaft des Hochsauerlands mit ihren Bergen und Bachtäler. Aber auch ohne den kenntnisreichen Guide hat man kaum eine Chance beim Wandern verloren zu gehen, denn eine vergleichbare Dichte an Wegweisern ist uns kaum andernorts begegnet. In diesem Fall ist es ein goldenes G auf rotem Grund, dass den Wanderer entlang der glitzernden Sorpe zu den schönsten Dörfern führt. Am Anfang nimmt uns Andreas Deimann mit zum großen gepflegten Golfplatz mit seinen 33 Löchern auf drei kombinierbaren 9-Loch-Plätzen und einem kleinen 6-Loch-Kurzplatz, die gerne von den Gästen seines Hotels genutzt wird, dann geht es auf schmalen Pfaden zwischen den Löchern des Platzes hindurch hinauf nach Holthausen.

Auf dem Weg zurück durchs Sorpetal kehren wir zur Vesper in Deimanns Knollenhütte oberhalb des Hotels am Waldrand ein. Eine der Sauerländer Spezialitäten, die man dort anbietet ist der „Rinderpümmel“, die Andreas Deimanns Freund Bernd Willmes in seiner Schmallenberger Metzgerei Merte herstellt. Die Rinderwurst ist eine Variante der Grützwurst und wird aus Rindfleisch, Rinderfett, Gemüse, Butter und Graupen oder Grütze gemacht. Dafür wird Rinderbrust in einem Wurzelsud gekocht und dann fein gewolft mit gehackten Zwiebeln, gequollener Hafergrütze und Butter vermischt. Mit Kochbrühe wird der durch das Kochen des Rindfleischs entstandene Gewichtsverlust ausgeglichen. Dann wird alles mit Salz, Pfeffer, Nelke, Piment, Ingwer, Muskatblüte und Koriander gewürzt und in Därme gefüllt, an den Enden zusammengebunden und anschließend gebrüht. Serviert wird sie mit Zwiebelschmelze und Bauernbrot.

Hotel Deimann mit Naturteich

(c) Romantik- & Wellness-Hotel Deimann

Das Romantik- und Wellness-Hotel Deimann

Komfortable Zimmer im Hotel Deimann

(c) Romantik- & Wellness-Hotel Deimann

Viele Stammgäste spannen gerne für ein paar Tage in dem Sauerländer-Wohlfühlhotel mit seinen fairen Preisen aus, um zu wandern. Verschiedene bequeme und anspruchsvolle Spaziergänge und Wanderungen, um das Schmallenberger Sauerland zu erkunden starten direkt beim Hotel. Wer allein unterwegs ist, kann an der Rezeption Wanderkarten mitnehmen. Durch die Sauerland Card, die jeder Gast bei Anreise bekommt sind auch Zubringer wie die wochentags im Stundentakt verkehrende Linie S40 oder die Gästebuslinien W 1 und W 2 zu besonderen Ausgangspunkten für den Gast kostenfrei.

Für Übernachtungspreise ab 135 Euro pro Person im Doppelzimmer bietet das Deimann Halbpension und verschiedene Verwöhnleistungen.

Schon die Eltern von Andreas und Jochen haben das Familienhotel zum Flaggschiff des Sauerland-Tourismus gemacht und das einstige Gutshaus zum einzigen Fünf-Sterne-Hotel der Region ausgebaut.

Meist kommen die Gäste zum Relaxen und Wandern in dem zauberhaften Waldgebiet, wo der Rothaarsteig auf der Kammlinie des Rothaargebirges zu den schönsten deutschen Fernwanderwegen zählt. Im nahen Winterberg finden Wintersportler das größte Skigebiet nördlich der Alpen.

Wöchentlich bietet Deimann eine von ihm persönlich geführte größere Tour an während der Wanderwochen im Frühling, Sommer und Herbst kann man auf täglichen Wanderungen die kleinen Fachwerkdörfer, den nahen Hausberg Wilzenberg oder das malerische Sorpetal erkunden. Auch wer den Rothaarsteig erkunden möchte, ist hier goldrichtig, der der Ort liegt ziemlich genau in der Mitte und ist vom Hotel schnell zu erreichen. Der Weg ist seit seiner Eröffnung vor 18 Jahren ein Aushängeschild für den Trekkingtourismus geworden und bietet Wanderern außergewöhnliche Erlebnisse.

Sternerestaurant Hofstube

(c) Romantik- & Wellness-Hotel Deimann

Spitzengastronomie Sternekoch Felix Weber

Sternekoch Felix Weber

(c) Romantik- & Wellness-Hotel Deimann

Besonders Weinliebhaber und Gourmets kommen bei den Brüdern Deimann voll auf ihre Kosten. Andreas Deimann ist Weinexperte und hat seine Kenntnisse rund um Wein und die passenden Speisen schon während seiner Lehrjahre, die ihn unter anderen in den Frankfurter Brückenkeller führten, als dort Hans Haas seinen ersten Stern erkochte, ausbauen können. Auch heute importiert der Weinliebhaber zusammen Partnern direkt von Weingütern aus Deutschland und aller Welt und nicht nur Kenner freuen sich über die fairen Preise, mit denen sie auf der Speisekarte stehen.

Neben dem erstklassigen geräumigen Hotelrestaurant für Hausgäste, das diesen im Rahmen der Halbpension die Wahl zwischen verschiedenen, abwechslungsreichen und frisch zubereiteten vier- bis sechsgängigen Abendmenüs bietet, die deutlich über dem Niveau anderer vieler anderer 5-Sterne-Hotels liegen und auch Vegetarier mit raffinierten und reichhaltigen Gerichten aus regionaler Herkunft überzeugen, steht der benachbarte Wintergarten mittags und am Abend auch externen Gästen zur Verfügung. Chefkoch Daniel Behrendt bereitet auch dort aus saisonalen und frischen Zutaten delikate Gerichte.

Behrendts Küche braucht sich nicht hinter der Sterneküche des hauseigenen Fine Dining-Restaurants Hofstube verstecken, wo der junge Küchenchef Felix Weber in einer offenen Küche seine maximal 30 Gäste mit jeweils zwei zur Auswahl stehenden Gerichten verwöhnt. Der 29-jährige stammt aus der Region und hat trotz seiner jungen Jahre schon eine beachtliche Laufbahn hinter sich. Nach der Ausbildung in Schmallenberg führte ihn diese durch verschiedene Spitzenlokale, zuletzt in die jeweils mit drei Michelin-Sternen ausgezeichneten La Vie von Thomas Bühner in Osnabrück und in Helmut Thieltgens Dreiser Waldhotel Sonnora. Die Deimanns hatten ein gutes Händchen, als sie den Mittzwanziger 2016 an ihr Haus banden und attraktive Arbeitsbedingungen boten. Schon ein Jahr später erkochte Weber seinen ersten Michelin-Stern für das Restaurant.

Anfangs träumte er noch davon, zusammen mit seiner aus Brasilien stammenden Frau Stephany, die anfangs in der Hofstube mit viel Herzlichkeit den Service leitete, den Gasthof seiner Eltern zu einem Fine Dining-Restaurant auszubauen, doch zwischenzeitlich hat sich die junge Familie, die kurz vor der Geburt des zweiten Kindes steht, erst einmal von diesem Traum verabschiedet. Gut für die Deimanns, denn der sympathische junge Koch hat Ambitionen auf einen zweiten Stern und genießt in der modernen und puristischen Atmosphäre seines Arbeitsplatzes den direkten Kontakt zu seinen Kollegen und Gästen, denen er nicht nur im Rahmen von Kochkursen eine Menge hilfreicher Tipps mit auf dem Weg an den heimischen Herd gibt. Dabei müssen es nicht unbedingt die Luxusprodukte sein, mit denen viele Sterneköche die hohen Preise in ihren Restaurants rechtfertigen. „Essen muss unkompliziert sein und große Begeisterung auslösen. Exklusive Küche gelingt auch mit einfachen Lebensmitteln.“

Bei den Weinen erhält er Unterstützung vom Sommelier Philipp Ottersdorf, der dank des vorzüglich gefüllten Weinkellers des Hotel Deimann, der erst kürzlich vom Deutschen Weininstitut ausgezeichnet wurde, seinen Gästen ein breites Angebot bieten kann. Den sehr persönlichen Gästekontakt spürt man immer wieder, wenn die beiden Hotelchefs oder ihre im Hotel lebenden Eltern mit wachem Auge dafür sorgen, dass die Wünsche der Gäste erfüllt werden.

Saline im Spa-Bereich

(c) Romantik- & Wellness-Hotel Deimann

Ein reiches Spa- und Wellness-Angebot

Yoga in der Vital-Oase

(c) Romantik- & Wellness-Hotel Deimann

Die meisten der 92 Zimmer und vier Suiten des Fünf-Sterne-Hotels liegen nach hinten zur großen Parkanlage mit einem malerischen Naturteich mit Schwänen, zu der sich auch die 4.000 Quadratmeter große Bade- und Wellnesszone öffnet.

Erstaunlich groß ist der schön angelegte Spa im Gutshaus mit einen Outdoor- und zwei Indoorpools, mehreren Saunen, einer ruhigen Salzsaline, einem Schieferstollen sowie einem Hamam mit Rasulbad.

Im großen Wellness- und Beautybereich steht modernste Technik und hochwertige Produkte für die Behandlungen zur Wahl. Einer der Höhepunkte für Paare ist sicherlich das Private Spa, aber auch die Quarzsandliege oder die unterschiedlichen Massagen und Gesichtsbehandlungen sind beim Publikum heiß begehrt.

Für die persönliche Fitness steht im Untergrund ein großzügiges Sportareal zur Verfügung, in dem modernste Cardio- und Kraftgeräten auf die Gäste warten. Viele Gäste nutzen gerne das kostenlose Aktivprogramm mit Wassergymnastik, Meditation, Qigong, Yoga und Wirbelsäulengymnastik.

Da das Frühstück Im hellen Hauptrestaurant mit seinem reichhaltigen Frühstücksbuffet erst ab 8 Uhr serviert wird, nutzen machen Gäste schon das Early Morning Frühstück im Gartenbistro am Eingang zum Poolbereich, wo Birchermüsli, Obst Croissants, frischgepresster Orangensaft und Kaffee und Tee auf die Frühaufsteher wartet. Für mich ein guter Start in den Tag, doch die meisten Gäste nehmen auch das reichhaltige Schlemmerfrühstücksbuffet mit verschiedenen frischen Säften, Sekt, einer Bioecke, umfangreicher Brot- und Brötchenauswahl, Marmeladen, Honig und Wurst von heimischen Erzeugern, Bauernjoghurt, Eierstation und vielem mehr. Da kann man am Abreisetag ausreichend Stärkung für den Tag tanken – und sich auf eine baldige Rückkehr freuen.

© Michael Ritter

Quarzsandliege im Spa

(c) Romantik- & Wellness-Hotel Deimann

(c) Connaisseur & Gourmet 2019