Ratschläge für Musik & Oper

Rossini inmitten der Dolomiten

Konzert auf der Almweide

(c) Marisa Montibeller

"I Suoni delle Dolomiti" - die Klänge der Dolomiten nennt sich ein Festival, das noch bis Mitte September seit einem Vierteljahrhundert einen bunten Mix von Musik, dargeboten von internationalen Solisten, Gruppen und Orchestern in die Berge des Trentino lockt. Zum 25. Juniläum hat man in diesem Jahr erstmals eine Rossini-Oper auf mehr als 2.000 Metern Höhe aufs Programm gesetzt, das als Highlight des Festivals im Val di Non die Gäste am 31. August begeistern wird.

Vale di Non

(c) Carlo Baroni

Es dürfte das absolute Highlight des diesjährigen Musikfestivals werden, wenn Rossinis Oper am 31. August in der Hochebene Pian della Nana aufgeführt. Das Ensemble Musica a Palazzo, ein im Jahr 2005 gegründeter Kulturverein, möchte die traditionelle italienische Oper und die dazugehörige Kultur allen Generationen näherbringen. Das Musikfestival in den Dolomiten bietet dazu die ideale Gelegenheit, denn hier erleben Besucher die Musik hautnah und in einzigartiger Atmosphäre. Die Kulisse unter freiem Himmel und in 2.000 Metern Höhe verleiht der Musik des Ensembles einen ganz besonderen Vibe.

Opernakustik inmitten der Dolomiten

Regelmäßige Opernbesucher wissen, welche Rolle die räumliche Ausstattung für den Klang der Musik spielt und das besonders bei dem Zusammenspiel von mehreren Instrumenten. Hoch oben zwischen den Bergen gibt es nichts außer der Stille. Die Opernsaalelemente werden von der natürlichen Umgebung geschaffen. Wie in einem natürlichen Amphitheater dienen die Klippen als Seitenwände und Wandverkleidungen, die Wolken als Decke und die Berge als Schalldämmung. Die Herausforderung für die Musiker liegt darin, den Klang des eigenen Instrumentes an die Umgebung anzupassen und die Kraft der Stille zu nutzen, um ein authentisches Konzert im Freien zu geben ohne gegen die Zwänge der Strukturen und räumlichen Einschränkungen antreten zu müssen. Hierbei wird die Musik zur universellen Sprache zwischen Mensch und Natur und die Berge zum Symbol der unendlichen Freiheit.

Exklusive Wanderung mit Künstler und Instrumenten

Auch die Musiker brauchen eine gewisse Ausdauer. Mit den Instrumenten am Rücken zu wandern und in der freien Natur zu spielen, bringt Herausforderungen mit sich. Aber denjenigen, die sie überwinden können, öffnet sich der Berg und sie finden eine einzigartige Naturbühne. Ausschließlich des Klaviers, befördern alle Musiker ihre Instrumente auf ihren Schultern hoch zur Bergkulisse. Somit ist für musikalische Verpflegung entlang des Weges gesorgt.

Zu Fuß geht es ab Pra del Termen bis zum Pian della Nana vorbei an der Maga Cles, am Lago delle Salare und am Passo della Forcola. Die Wanderzeit beträgt insgesamt drei Stunden mit einem Höhenunterschied von 400 Metern bei der Schwierigkeitsstufe E. Sowohl die Musiker als auch das Publikum, darunter die Berg-und Musikliebhaber, beschreiten den gemeinsam Weg, um ihrer Leidenschaft nachzukommen und sowohl mit Körper als auch mit Seele dieses Erlebnis aufzunehmen. Weitere Infos stehen unter www.isuonidelledolomiti.it/DE zur Verfügung.

Hinauf zum Opernsaal mit E-Mountainbike

Für Radfahrer bietet das Val di Non auch eine geführte E-Mountainbike Tour zum Konzertgelände an. Mit professionellen Mountainbike-Guides führt die Route von Loc Verdè vorbei an der Peller-Hütte über den Forcola-Pass zu den Salare-Seen bis hin zu der Alm Malga Malaroi. Die Streckenlänge beläuft isch auf 19 Kilometer mit einem Höhenunterschied von 500 Metern und der Schwierigkeitsgrad ist als leicht/mittel gekennezeichnet.

Val di Non: Das Tal der Schlösser

Wasser, Natur und Kultur – diese drei Begriffe kennzeichnen das Val di Non. Es ist das weitläufigste Tal im Trentino und ist europaweit für seine Apfelbäume bekannt, die im unteren Talbereich angepflanzt sind. Weiter oben breiten sich grüne Wiesen und Weiden im Tal aus. In den großen Santa-Giustina-See münden die vielen Flüsschen und Wildbäche, die im Val di Non durchfließen. Über die Jahre haben sich dort Canyons, Schluchten und Wasserfälle gebildet. Die felsigen Brenta-Dolomiten im südöstlichen Teil des Tals feierten am 26. Juni zehnjähriges Jubiläum zur UNESCO-Anerkennung. Als das Tal der Schlösser ist das Val di Non durch den altehrwürdigen Wahlfahrtsort San Romedio sowie das Castel Thun, das Castel Coredo und das Castel Valer bekannt. Diese sind auch für Besucher zugänglich.

(c) Connaisseur & Gourmet 2019