Literatur für Genießer und Reisende

Kinnunen, Wege, die sich kreuzen

Kinnunen, Wege, die sich kreuzen

(c) DVA

Tommi Kinnunens „meisterlicher Generationenroman über drei starke Frauen mit dunklen Geheimnissen“ (Dagens Nyheter) spielt 1996 in einem Städtchen im Norden Finnlands. Die alte Lahja liegt dort auf dem Totenbett und blickt zurück auf ein langes Leben, in dem sich ihre Mutter Maria, eine emanzipierte und unkonventionelle Hebamme entschloss, sie alleine groß zu ziehen. Später konnte sie ihre Leidenschaft zum Beruf machen: das Fotografieren. Doch eines war ihr leider nicht vergönnt in ihrem Leben: die körperliche Erfüllung, denn ihr treu sorgender Ehemann Onni gab ihr zwar die zuvor vermisste familiäre Geborgenheit, doch konnte er ihr nicht das geben, wonach sie sich im Innersten sehnte – bis sie sich nach Jahren der unterdrückten Gefühle zu einer grausamen Tat hinreißen ließ. Diese kommt erst nach ihrem Tod ans Licht, als ihre Schwiegertochter Kaarina auf dem Dachboden einen Brief findet, der die entsetzliche Wahrheit zu Papier brachte und von einer Familientragödie erzählt, die fast ein Jahrhundert zuvor mit Lahjas Mutter Maria ihren Anfang nahm.

Ein gelungener Debütroman, der einen Bogen über das ganze 20. Jahrhundert mit all seinen Erschütterungen spannt. Epochal und opulent verwebt Tommi Kinnunen darin mit funkelnder Sprache kunstvoll die Schicksale von vier Menschen, deren Träume größer sind als die Möglichkeiten, die das Leben offeriert. Trotz Enttäuschungen erkämpfen sie sich ihr Glück.

Der 44-jährige Autor stammt selbst aus dem Norden Finnlands und arbeitet inzwischen als Finnischlehrer im südwestfinnischen Turku. Lange führte das Buch in seiner Heimat die Bestsellerliste an, wurde mehrfach ausgezeichnet und in 20 Länder verkauft. In Deutschland erscheint das Buch am 19. März. 2018.

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