Heil- und Hilfsmittel - für Sie getestet

Alternativen zum Flugzeuglärm

Wer viel fliegt kennt das Problem: die Geräusche der Triebwerke lassen sich auch mit der besten Dämmung nicht ausschalten und so erlebt man während Interkontinentalflügen, egal ob in First, Business oder Economy Class, oft eine stundenlange Dauerbelastung für die Ohren. Alles andere als ein entspannter Flug. Das muss auch Dr. Amar Bose so empfunden haben, als er vor über 30 Jahren auf einem Linienflug die Klangqualität seines von der Fluggesellschaft angebotenen Kopfhörers bemängelte. Zurück im Labor machte er sich daraufhin an die Entwicklung von Kopfhörern, die Störgeräusche eliminieren können. Bald gelangen Bose Verbesserungen und von Produktgeneration zu Produktgeneration verfeinerte sein Labor die Headsets weiter.

Als vor einigen Jahren der QC 15 auf den Markt kam, glaubten man das Ende der Fahnenstange erreicht zu haben, denn der Around-Ear-Kopfhörer filterte störenden Lärm aus und versprach der Nutzern auch bei stundenlangem Hörgenuss brillanten Spitzenklang und hohen Tragekomfort. Erreicht wird dies durch die Reduktion aller vom menschlichen Ohr wahrnehmbaren Frequenzen. Dafür erfassen Mikrofone an jeder Hörmuschel die Umgebungsgeräusche und filtern einen erheblichen Teil des Lärms heraus. Dabei ist es gar nicht notwendig Musik zu hören. Dank der patentierten Acoustic Noise Cancelling Technologie schaltet der Kopfhörer auch ohne Anschluss an ein Smartphone oder einen MP3-Player die lärmintensive Fluggeräusche einfach ab. Dank des bequemen Sitzes konnte man glatt vergessen, dass man überhaupt Kopfhörer trug.

Doch Bose wollte mehr. Der neue QC 20 ist ein In-Ear-Kopfhörer voller elektronischer Finessen. Flexible Ohrstöpsel in drei unterschiedlichen Größen verschließen die Ohrmuschel gegen Außengeräusche und stützen sich an ihr ab. Da die Elektronik nicht in den kleinen Ohrstöpseln untergebracht werden konnte, übernimmt eine kleine, flache Bedienbox diese Aufgabe und vergleicht innerhalb und außerhalb der beiden Ohren die Umgebungsgeräusche und reduziert sie mit gegenläufigen Schallwellen beinahe auf Null. Auch hier braucht man keine Musik zu hören, denn der QC 20 simuliert eine - dem Ort angemessene – himmlisch-ruhige Umgebung. Außer leichtem Grundrauschen der Elektronik hört man überhaupt nichts und man kann wunderbar einschlafen. Allerdings gehen dann auch die Ansagen des Kabinenpersonals oder aus dem Cockpit an einem vorbei. Besser man ist die ganze Zeit angeschnallt, dann kann man mit den Kopfhörern eine ganz entspannte und ruhige Reise verbringen.

Warnen sollte man allerdings Fußgänger oder sonstiger Verkehrsteilnehmer vor der Nutzung im Noise-Cancelling-Modus, da Warnsignale von der Technologie ebenso erfolgreich ausgeblendet werden wie Straßenlärm. Wer also in diesen Fällen den (durch die Ohrstöpsel ohnehin reduzierten) Umgebungslärm erträgt, kann sie einfach durch Tastendruck auf der Bedienbox abschalten. Nach 16 Stunden muss die Elektronik per Mikro-USB-Kabel aufgeladen werden, was bei vielen Airlines durch den in der Entertainment-Unit enthaltenen USB-Anschluss möglich ist.

Der Klang ist auf bestem Bose-Niveau und man kann auch beim wilden Stöbern im Musikrepertoire kaum Musik finden, die nicht sehr befriedigend wiedergegeben wird. Den Schwerpunkt setzt der Kopfhörer allerdings auf Lärmunterdrückung bei langen Reisen. Man bekommt das Gerät entweder für iPod oder Android optimiert, was bedeutet, dass man dann die Lautstärke nicht nur am jeweiligen Gerät, sondern auch an einer kleinen Einstelleinheit nahe am Ohr regeln kann. Immer funktioniert hingegen die ebenfalls dort befindliche Taste für den sogenannten „Aufmerksamkeitsmodus“ , mit Ansagen im Flugzeug oder in der Bahn durchgestellt werden können . Die Kopfhörer fallen positiv durch ihr geringes Gewicht auf und sind bequem in dem beiliegenden Täschchen in der Größe einen Brillenetuis unterzubringen. Auch an einen Adapter für doppelpolige Flugzeugstecker hat Bose gedacht. Wer es gerne laut mag, wird einen Kopfhörerverstärker benötigen, denn darauf ist der QC20 nicht ausgelegt. Summa summarum bleibt als Fazit: Ein phantastisches Hörerlebnis und ruhiger Schlaf auf langen Flugreisen.

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